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05 Sept 2010 23:12
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Platz
Spieler
Pkt
1.
Harbarth Andreas
720
2.
Kiss Mario
602
3.
Guem Thomas
597
4.
Mayrhuber Franz
361
5.
Seitner Markus
330
6.
Mueller Thomas
314
7.
Geisler Alexander
255
8.
Rath Robert
245
9.
Schwing Patrick
227
10.
Kramer Christoph
225


"Veni vidi vici"

 

"Ich kam, ich sah, ich siegte" - Alexander Arnoldner triumphiert bei Tour-Debüt

 

Er kam, sah und siegte! Alexander Arnoldner feierte gleich bei seinem Hobby-Tennis-Tour-Debüt auf Anhieb den ersten Titelgewinn. Der 23jährige Oberösterreicher profitierte nach einer starken Gesamtperformance am Mai-Super-4-Wochenende im Finale allerdings vom Verletzungspech seines Gegners. Denn Mai-First-Series-Sieger Philipp Mayer musste beim Stand von 7:5, 5:5 in Führung liegend mit Verdacht auf einen Bänderverletzung w.o geben. So fiel der Jubel von Newcomer Alexander Arnoldner nach 1:38 Stunden Spielzeit eher "verhalten" aus. Ein Bericht von C.L

 

 

Statt aufs Titelbild ging es für Mayer ab ins Unfallkrankenhaus Meidling

 

Als am vergangenen Donnerstag um exakt 12:51 Uhr das große Finale des 15. Mai-Super-4-Turniers jäh und abrupt mit einem Schlag zu Ende ging, war am Centercourt des Gastgeber-Vereins TC Top Serve gerade eine offene, spannende und total ausgeglichene Final-Begegnung im Gang. 148 Punkte waren nach exakt 98 Minuten ausgespielt und beinahe brüderlich (74:74) auf die beiden Endspiel-Kontrahenten aufgeteilt, als Philipp Mayer beim Stand von 7:5, 5:5 den ersten Punkt des elften Games neben die Linie setzte. Was an und für sich ja noch keine Tragik gewesen wäre, doch plötzlich griff sich der 27jährige Schärdinger mit schmerzverzerrtem Gesicht an seinen linken Fuß. War bei allen Beteiligten noch die Hoffnung da, dass Mayer nach einer kurzen Pause das Finale wieder aufnehmen würde können, wusste der Senkrechtstarter der letzten Wochen sofort: "Da geht nichts mehr". Mayer humpelte zur Spielerbank, wo er sein binnen Sekunden stark anschwellendes Bein hochlagerte. Statt aufs Titelbild ging es Minuten später ab ins UKH Meidling, wohin Mayer vom Veranstalter transportiert wurde.

 

 

Wie ein kleiner Knochensplitter für das Ende des Mayer`schen Erfolgslaufs sorgte

 

Eigentlich war es eine völlig harmlose Szene, die am vergangenen Feiertag den Erfolgslauf von Philipp Mayer stoppte. Unzählige Mal jagte der Schärdinger an diesem Mai-Super-4-Weekend auf den Courts der Leberstraße von einer Ecke in die andere, ohne irgendwelche ernste Folgen. Und auch jener erste Punkt im elften Game, der vorläufig auch der letzte im Mayer`schen Erfolgsmärchen des Frühjahrs 2010 war, schien ganz "normal" über die Bühne gegangen zu sein. Mayer war nicht umgeknickt, und auch nicht gestürzt, nur ein heftiger, spitz anfühlender kurzer Stich sorgte für ein tragisches Ende des 15. Mai-Super-4-Finales. "Die selbe Verletzung hatte ich schon früher einmal. Das wird eine Bänderverletzung sein", mutmaßte der Oberösterreicher. Viereinhalb Stunden später hatte sich nach einer genaueren Untersuchung im Meidlinger Unfallkrankenhaus die selbst erstellte erste Diagnose zum Glück nicht bewahrheitet. Eine alte Verletzung in Form eines winzigen Knochensplitters war die Ursache für Mayers vorzeitigen Final-Abgang. "Dieser Knochensplitter war verrutscht und hat für einen Stich ins Band gesorgt", meinte der behandelnde Arzt. Mayer droht jetzt eine rund 10tägige Schonungszeit, ehe er wieder sporttechnisch aktiv sein kann.

 

 

Entscheidendes Break zum 6:5 reicht Mayer zum Gewinn des ersten Satzes

 

In weite Ferne scheint damit auch Mayers Start bei den "French Open der Hobby-Tennis-Tour" gerückt zu sein. Damit würde jener Mann fehlen, der in den letzten Wochen für die größten Schlagzeilen und Erfolge auf Sand sorgte. Acht Matches war er auf der roten Asche in Simmering ungeschlagen und am Donnerstag Vormittag drauf und dran, auch das zweitgrößte Sandplatz-Turnier der HTT für sich zu entscheiden. Der 27jährige startete in das rein oberösterreichische Endspiel zunächst einmal äußerst aggressiv und mutig. Mit dem Selbstbewusstsein der letzten Wochen und seiner kleinen Siegesserie, attackierte Mayer den mit leichter Anfangsnervosität agierenden Landsmann und nahm ihm gleich im Auftakt-Game seinen Aufschlag ab. Ein 40:15 zum 2:0 ungenützt gelassen, damit hatte es Mayer aber verabsäumt, dem Final-Debütanten womöglich gleich einen vorentscheidenden Dämpfer in Sachen Motivation zu versetzen. Stattdessen aber kam Arnoldner beim Aufschlag besser in Fahrt, und auch am Return wurde der Linzer von Minute zu Minute stärker. Ein offener und attraktiver erster Satz war die Folge, der erst beim Stand von 5:5 entschieden wurde. Arnoldner kassierte trotz einer 40:0 Führung das entscheidende Break zum 5:6, während Mayer im Anschluss beim Versuch den Satz auszuservieren cool und souverän blieb und zu Null nach exakt 50 Minuten Durchgang 1 mit 7:5 nach Hause gespielt hatte.

 

 

Pechvogel Philipp Mayer: "Das ist sehr bitter für mich, ich war so gut drauf"

 

Das oberösterreichische Final-Derby schien dann schnell entschieden zu sein, als Arnoldner noch leicht schockiert, neuerlich seinen Aufschlag verlor und Mayer auf 2:0 davonzog. Wer weiß, wie das Endspiel geendet hätte, und wer weiß ob Mayer nicht sogar die später erlittene Verletzung erspart geblieben wäre, wenn er nicht den Breakball zum 3:0 ausgelassen hätte. Doch "Alles hätte, wenn und aber" nützte eine halbe Stunde später nichts. Wieder stand es 5:5, als die matchentscheidende und oben geschilderte Situation für ein vorzeitiges Ende des 19. Saisonfinales sorgte. Das Shakehands zwischen den beiden Oberösterreichern gab es bereits neben dem Platz, als Mayer mit einem Eisbeutel versuchte, die Schwellung seines linken Beines erstzubehandeln. "Das ist auf jeden Fall sehr bitter für mich. Ich war so gut drauf. Anfang des zweiten Satzes hätte ich den Sack zumachen müssen, dann wäre mir wahrscheinlich viel erspart geblieben", äußerte sich Mayer nach seiner ersten Finalniederlage logischer Weise deprimiert. "Das letzte Mal als ich ein Turnier gewonnen habe, da ware ich 12 Jahre alt. Jetzt kann ich das wieder erleben. Das ist eine Supersache. Dieser Erfolg tut meinem Selbstvertrauen und meinem Ego gut. Ich fühle mich wie ein Sieger", strahlte Arnoldner. "Aber es tut mir natürlich auch sehr leid für den Philipp. Ich habe recht gut begonnen, dann hat mir aber mein Ellbogen Probleme bereitet. Ich wollte in der Folge kein Risiko für die Meisterschaft am Wochenende eingehen, und habe daher teilweise von unten serviert. Das war plötzlich auch eine gute Strategie, mit der Mayer so seine Probleme hatte. Insgesamt bin ich mit meinem Tennis beim ersten Turnier sehr zufrieden. Die Veranstaltung war sehr gut organisiert und ich habe eine Super-Atmosphäre hier gespürt. Ich werde sicher wieder mitspielen ab September, bis dahin habe ich nämlich Meisterschaft in Oberösterreich", so der 23jährige Linzer, der sich ab sofort Mai-Super-4-Sieger 2010 nennen darf.

 

 

Claus Lippert, 18. Mai 2010

 

Arnoldner - P. Mayer 5:7 5:5 w.o.
 
Arnoldner
Mayer
Fehler an der Grundlinie
42
25
Fehler am Netz
4
1
Doppelfehler
7
6
Asse
1
0
Service Winner
8
1
Return
5
0
Vorhand Winner
12
7
Rückhand Winner
8
3
Volley
2
5
Smash
3
0
Lob
0
0
Stopp
0
0
Passierball Vorhand
2
1
Passierball Rückhand
1
4
Punkte durch gegnerische Fehler
32
53
Punkte selbst erzielt
42
21
Punkte gesamt
74
74
1. Aufschlag in %
63,7%
39,7%
2. Aufschlag in %
75,8%
85,3%
Punkte nach dem 1. Aufschlag
60,7%
70,3%
Break-Chancen
6
12
Breaks
3
4