HTT HTT Partners
Hits:
2293051
Besucher:
807652
online:
05 Sept 2010 23:14
Bottom HTT Logo
   About HTT     LOGIN     Partners     HTT Shop     SKI-CHALLENGE    Tourfacts     Meisterschaft  
 
 
Platz
Spieler
Pkt
1.
Harbarth Andreas
720
2.
Kiss Mario
602
3.
Guem Thomas
597
4.
Mayrhuber Franz
361
5.
Seitner Markus
330
6.
Mueller Thomas
314
7.
Geisler Alexander
255
8.
Rath Robert
245
9.
Schwing Patrick
227
10.
Kramer Christoph
225


 

Mai-Super-4-Turnier 2010 als Revival der frühen 2000er-Jahre

 

Die Guems, die Mayers, die Arnoldners, sie alle haben am letzten Wochenende dazu beigetragen, dass die 15. Auflage des Mai-Super-4-Turniers zu einer wird, über die man noch lange sprechen wird. Die "new names" prägen also zur Zeit das Bild der Hobby-Tennis-Tour, doch nicht minder am Erfolg des dritten Super-4-Saison-Events beim TC Top Serve an diesem zweiten Mai-Weekend war der Anteil jener Herren, die Hobby-Tennis-Tour-Luft schon vor vielen Jahren geschnuppert haben. Martin Kova, Michael Kunz, Thomas Valek, Michael Kovar und die Schwing-Brüder, das Mai-Super-4-Turnier wurde so zu einem Revival der früher 2000er-Jahre. Ein Bericht von C.L

 

 

Martin Kova hat mit Zweisatzsieg über Robert Rath seine Niederlagenserie beendet

 

Auf den Courts dieser Tour teilweise geprügelt und gedemütigt, von den "Medien" der HTT vielfach kritisiert und gescholten, haben die "Krisen-Stars" Martin Kova und Michael Kunz am vergangenen Wochenende ein ganz kräftiges Lebenszeichen von sich gegeben. Extrem im Blickpunkt dabei stand die Auftaktpartie von Martin Kova, der beim Mai-Super-4-Turnier schon zweimal (2000 und 2004) triumphieren konnte. Von Titelträumen war vor dem Duell mit Robert Rath aber nichts zu merken, viel eher hatte der 27jährige den Fokus auf das Ende seiner mittlerweile bereits 7 Erstrunden-Matches andauernden Niederlagenserie zu richten. Und das tat er diesmal in diesem auf zwei Tage verteilten Eröffnungs-Hit gegen Rath. Kova kämpfte, rutschte und ließ in dieser Hinsicht alte Stärken wieder aufleben. Das er spielerisch weit weit weg von "anno dazumal" über den 3er-Court des TC Top Serve lief, erschwerte ihm aber auch diesmal wieder das Vorhaben, endlich und seit Februar wieder ein Einzelspiel auf der Tour zu gewinnen. Das beim 29fachen Turniersieger gar nichts mehr "einfach" geht, und er sich alles hart erarbeiten muss, zeigte die Schluss-Phase des Duells mit Robert Rath. 5 Matchbälle und der immer wieder quälende Gedanke ob es denn womöglich wieder nicht reichen könnte, machten das Finish zur ultimativen Nerven- und Zitterpartie. Kova versuchte seine Niederlagenserie zu beenden, und die Tour-Familie hatte längst Anteil genommen. Als sich herumsprach, dass Kova womöglich gegen Robert Rath seine Pleiten-Pech und Pannenserie beenden könnte, strömten die Mitspieler zusammen. Mitten drin im Rudel der Mai-Super-4-Asse spürte man dann eine Tendenz, die ein Martin Kova in früherer Jahren gerne einmal wahrgenommen hätte. Dem 27jährigen wurde ein Sieg gegönnt, von manchen sogar gewünscht, ein Szenario das einst zu Kovas Glanzzeiten undenkbar schien.

 

 

Wie Martin Kova einst als Tennis-Bestie nach Erfolg strebte und dabei ins Abseits lief

 

Da hatte Kova mehr "Feinde und Neider" als je ein anderer Spieler der Tour-Geschichte. Weder davor noch danach, musste jemals ein Akteur der HTT mit soviel Abneigung fertig werden wie der einst rebellische Martin Kova. Ein Image und ein Problem welches sich der ehemalige Ranglisten-Erste aber selber zuzuschreiben hatte. In seinem Streben nach Erfolg und seinem Wahn der erfolgreichste Spieler der Tour-Geschichte werden zu wollen, verzettelt sich Kova gewaltig. Er wurde richtig "ungut" auf den Courts dieser Tour, eine gefürchtete Bestie, die mit Mätzchen und alle erlaubten und unerlaubten Tricks zum Erfolg zu kommen veruchte. Unvergessen seine Eskapaden im Finale der "HTT-French Open 2004", als er den damaligen Jungstar Patrick Schwing mental auf das Heftigste fertig machte. Er sah Störbälle wo keine waren, er verzögerte immer wieder das Match in dem er mehrmals pro Game zur Bank lief um zum Handtuch zu greifen, er begann beim Aufschlag Schwings die Schue zu binden, usw. usw.! Was folgte war eine Sperre, die den ehemaligen Ranglisten-Ersten ganz gewaltig in der Seele traf. Er gelobte Besserung, und so wurde die ursprünglich für 3 Turniere geltende Suspendierung unmittelbar vor dem "Wimbledon-Turnier der Hobby-Tennis-Tour" wieder aufgehoben. Viele Insider und Kenner des 4maligen Mai-Grand-Slam-Siegers behaupten aber, dass seither und mit dieser Sperre der "Mythos Kova" zerstört war. 25 Turniere hatte er bis dahin gewonnen, nach dem Eklat des Sommers 2004 aber nur mehr 4 Titel erobert. Die Aggressivität und das druckvolle Spiel das Kova einst zum großen Champion machte, waren verloren gegangen.

 

 

Das 23. Duell zwischen Patrick Schwing und Martin Kova

 

In Runde 1 des Mai-Super-4-Turniers 2010 reichte es für Kova dann aber trotzdem zu einem 7:5, 7:5 Erfolg, auch weil ihm mit Robert Rath nicht gerade ein Mental-Kaiser gegenüberstand. Nach 7 enttäuschenden Erstrunden-Niederlagen hatte Kova also endlich wieder einmal ein Erfolgserlebnis zu feiern. Und was mit dem nötigen Selbstvertrauen geht, merkte Kova gleich eine Runde später, als er zum Achtelfinal-Schlager des Mai-Super-4-Turniers den Centercourt des TC Top Serve betrat. Martin Kova gegen Patrick Schwing, das "Spiel der Spiele" der frühen 2000er-Jahre feierte fünf Jahre nach seiner letzten Austragung eine mit Spannung erwartete Neuauflage. Das Remake des einstigen Top-Hits, es ließ Erinnerungen an unzählige Schachten, an große Duelle und längst vergangene Zeiten aufleben. Kova gegen Schwing, das war zwischen September 2002 und Mai 2005 der Gigantentreff schlechthin. In der 21jährigen Geschichte wurden nur drei Duelle zwischen zwei Spielern öfters ausgetragen, Kova und Schwing fighteten vor dem sonntägigen Wiedersehen insgesamt 22 Mal gegeneinander. 12:10 führte Schwing im Head to Head, ehe das dritte Kräftemessen der beiden im Rahmen des Mai-Super-4-Turniers mit 7:6, 6:3 an Kova ging. Das bislang letzte Duell der beiden war im Viertelfinale des Mai-Super-4-Turnier 2005 mit 6:0, 6:3 an Schwing gegangen, ehe ihn der Verletzungsteufel stoppte. Mittlerweile ist Schwing wieder voll im Circuit zurück, und auch wenn er längst noch nicht zu alter Stärke gefunden hat, reichte es im letzten Februar sogar schon wieder zu einem Titelgewinn. Der vergangene Sonntag riss bei Schwing aber wieder längst verheilte seelische Wunden auf. Wie oft musste er in der Vergangenheit als besserer Spieler gegen Martin Kova mit einer Niederlage vom Platz, wie oft konnte er seine spielerischen Vorteile gegenüber Kova nicht nützen. Die 6:7, 3:6 Niederlage, die elfte im dreiundzwanzigsten Duell mit seinem Teamkollegen war wieder ein solche. "Ich spiele in Zukunft nur mehr Doppel. Dieses Match hat mir wieder den Rest gegeben. Mit einer solchen Leistung habe ich nichts in den Top Ten der Hobby-Tennis-Tour verloren. Ich weiß was ich kann, und darum schmerzt diese Niederlage extrem", erklärte Patrick Schwing zwei Tage später im Rahmen des Mai-Super-4-Doppel-Finales.

 

 

Michael Kunz manövriert sich mit Sieg über Stefan Schwing aus der Dauerkrise

 

Kova oder besser gesagt seine "Fans" träumen indes bereits vom 30. Karriere-Titel, der so glauben Experten der HTT, im heurigen Feld durchaus möglich scheint. Wie schnell es gehen kann, vom krisengebeuteltem Looser hin zum gefeiertem Helden, hat auch Michael Kunz am vergangenen Wochenende erlebt. Der in der Versenkung verschwundene "Wimbledonsieger der HTT von 2008", der mit Rang 40 im Entry längst den Status "Top-Spieler" verloren hat, ist mit einem Befreiungsschlag zurück ins Rampenlicht gestürmt. Vorerst einmal "nur" in den medialen Blickpunkt der Tour-Homepage, vielleicht aber auch in die Siegerlisten der Hobby-Tennis-Tour. "Ich bin zurück und bereit. Jetzt kann der Arnoldner kommen", posaunte der 38jährige Deutsch Wagramer nach seinem viertelfinalen Sieg über Qualifikant Peter Wöchtl. Es geht bei Kunz immer recht schnell. Auf dem Court sowieso. Seine Schläge könnnen schneller und unangenehmer im Feld des Gegners einschlagen als bei jedem anderen Spieler der Tour. Sie können aber auch rasanter an den Zaun fliegen und damit Kunz-Matches zu echten "Weg-Guckern" machen. Kunz-Matches waren zuletzt eine echte Qual, für Zuschauer und auch ihn selbst. Noch vor einer Woche wurde er in Runde 1 des Mai-First-Series-Turniers in nur 44 Minuten von Gerald Marhold deklassiert, worauf er die Tour-Familie mit altbekannten Durchhalteparolen langweilte. Doch diesmal schien hinter den leier-ähnlichen Kunz-Statements ein echter Plan zu stecken. "Ich sage jetzt einmal die Meisterschaft ab um beim Mai-Super-4-Turnier Spielpraxis zu sammeln". Gesagt, getan, und so fand der Niederösterreicher der in seiner Karriere 6 Turniere gewinnen konnte, an diesem zweiten Mai-Weekend tatsächlich mit einigen Matches aus der Krise. In der gesamten bisherigen Saison hatte Kunz gerade einmal drei Einzelspiele für sich entschieden, beim Mai-Super-4 gelang ihm die selbe Anzahl in nur einem einzigen Turnier. In Runde 1 gegen Russlands Diana Ulojan legte Kunz den Schrecken vom Jänner-Grand-Slam-Auftakt-Match gegen Deutschlands Thea Werhahn ab, wo Kunz die erste Niederlage seiner Karriere gegen das vermeintlich "schwache Geschlecht" kassierte. Im Achtelfinale feierte der Routinier dann einen Sieg der zählt. Gegen Stefan Schwing behielt der "Wimbledonsieger von 2008" in zwei ganz engen Sätzen die Nerven und siegte 7:6, 7:5. "Einen dritten Satz hätte es nicht geben dürfen, dazu wäre ich körperlich nicht mehr in der Lage gewesen", stöhnte der Sieger.

 

 

Die unglaubliche Geschichte des Stefan S. "Wie Balljunge Grand-Slam-Sieger schlägt"

 

Kunz & Kova waren aber nicht die einzigen Protagonisten, die am letzten Wochenende die gute alte Zeit auf der Hobby-Tennis-Tour noch einmal aufleben ließen. Die Schwing-Brüder sind wieder gemeinsam "on tour". Zuletzt war das im April 2006 der Fall, als beide Jungstars beim April-WTB am Start waren. Patrick musste damals sein Comeback nach langer schwerer Verletzung in Runde 1 mit einer Niederlage gegen Michael Schremmer beenden, während Stefan ins Halbfinale vorstoßen konnte und dort erst dem späteren Sieger Filip Vladkov aus Bulgarien unterlag. Der erste gemeinsame Auftritt seither endete für beide "Schwings" im Achtelfinale. Patrick hatte zum Auftakt März-Super-4-Finalist Michael Karner in drei Sätzen niedergekämpft, ehe ihn das bereits erwähnte Aus gegen Martin Kova ereilte. Stefan hingegen hatte in Runde 1 mit Stefan Rieger kurzen Prozess gemacht, ehe ihm Michael Kunz den zweiten Comeback-Turnierstart vermieste. In jedem Fall war das zweite Antreten des mittlerweile 18jährigen aber wieder etwas für Tennis-Feinschmecker. Kaum ein anderer Spieler auf der Tour hat derart viel Touch im Handegelenk und bei kaum einem zweiten Akteur liegen "Genie & Wahnsinn" so nahe beisammen wie beim jüngsten Masters-Teilnehmer aller Zeiten. Wenn Schwing motiviert, und wenn ihm gerade danach ist, dann sind ihm die spektakulärsten Punkte und sensationellsten Ergebnisse zuzutrauen. In Runde 1 brummte er dem arrivierten Stefan Rieger eine "Null" aufs Auge, ehe im Achtelfinale gegen Michael Kunz wieder der Schlendrian Einzug hielt. Dieses ständige "Auf & Ab", dieses Unkonstante und Unerwartete im Spiel des Stefan Schwing begleitete ihn schon in Kindheitstagen. Unvergessen die Geschichte, die fast zu unglaublich klingt um wahr zu sein. Wir blicken zurück ins Jahr 2002, genauer gesagt zum 2. Juni 2002. Das Finale der "HTT-French Open" stand auf dem Programm. Der Centercourt diente als Schauplatz des finalen Showdowns eines ganz groß aufgezogenen Turniers. Asiens Tashi Liu und der damals auf Leistungstennis getrimmte Florian Urach standen sich gegenüber. Urach siegte, doch für die große Story die knapp drei Monate später zur Sensation werden sollte , musste man seinen Blick weg vom sportlichen Triumphzug des Florian Urach schweifen lassen. Ein 10jähriges Bürscherl stand da weit hinter der Grundinie und hatte an diesem sonnigen Nachmittag des 2. Juni 2002 nur die Aufgabe, als Balljunge den Mai-Grand-Slam-Finalisten zu dienen. 19 Tage später hatte Papa Alois Schwing dem Drängen seines jüngsten Sohnes nachgegeben und das Tour-Debüt Stefans beim Juni-WTB-Turnier erlaubt, ehe der am 31. August 2002 zu einem der sensationellsen Momente der Tour-Geschichte ausholte. Drei Monate nach dem Mai-Grand-Slam-Finale, hatte der "Balljunge" im Viertelfinale des August-Grand-Prix-Turniers in Hainburg plötzlich den großen Florian Urach vor sich. 6:4, 4:6, 6:4, die Sensation und das unglaubliche Potential des Juniors in Zahlen belegt. "Ja, an diese Geschichte werde ich mich immer erinnern. Das war wirklich großartig. Den Sieg gegen Urach hatte niemand erwartet. Eher dachten alle daran, das ich ein oder zwei Games machen werde. Und dann kam dieser Erfolg. Typisch für mich war aber, dass ich dann im Semifinale gleich gegen dich mit 0:6, 0:6 verloren habe", erinnerte sich Schwing im Gespräch mit Tour-Veranstalter Claus Lippert.

 

 

 

Kramer gesteht sich nach 90. Turnierstart in Serie endlich seine Krise ein

 

Kunz & Kova aus der Krise und womöglich mit der Option beim Mai-Super-4-Turnier ein echtes Spitzen-Resultat zu erringen, von dieser Situation kann Christoph Kramer derzeit nur träumen. Vor einer Woche, als die Tour-Homepage über ehemalige "Tour-Größen" in der Krise berichtete, hatte sich Kramer noch vehement gegen ein ihm angedichtetes sportliches Tief ausgesprochen. "Ich fühle mich gut, ich bin voll motiviert", ließ der 27jährige die Schwarzmaler wissen. Wieder 7 Tage später kam Kramer aber erstmals nicht mehr um sein Eingeständnis einer Krise umhin. "Ja, ich denke schon das ich im Moment eine Krise habe. Aber Tennis macht mir weiter Spaß und ich fühle das es schön langsam aufwärts geht", meinte der Leopoldsdorfer nach dem Dreisatz-Aus zum Auftakt gegen Michael Kovar. Für Kramer, der am letzten Wochenende sein 90. Turnier in Serie bestritt, setzte es gegen Kovar bereits die vierte Erstrunden-Niederlage in Folge.

 

 

Claus Lippert, 12. Mai 2010