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05 Sept 2010 23:19
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Platz
Spieler
Pkt
1.
Harbarth Andreas
720
2.
Kiss Mario
602
3.
Guem Thomas
597
4.
Mayrhuber Franz
361
5.
Seitner Markus
330
6.
Mueller Thomas
314
7.
Geisler Alexander
255
8.
Rath Robert
245
9.
Schwing Patrick
227
10.
Kramer Christoph
225


 

Meisterschaft & Muttertag - das Mai-Super-4-Turnier 2010

 

Mannschafts-Meisterschaften, Muttertag und mieses Freitags-Wetter, langjährigen Kennern der Hobby-Tennis-Tour-Szene war am vergangenen Wochenende rasch klar, dass dieses 15. Mai-Super-4 beim TC Top Serve ein ganz laaaaaaaaanges Turnier werden würde. Der Auftakt zur Mannschafts-Meisterschaft in Wien und Niederösterreich, der Hype um den gemeinsamen Tag mit "Mutti" und der 10minütige Monster-Guss der zum Eröffnungstag des dritten Super-4-Saison-Events die Courts in der Leberstraße in riesige Seen verwandelte, veranlassten Tour-Veranstalter Claus Lippert noch am Freitag Abend, das Turnier um einen Tag bis Mittwoch zu verlängern. Und da der kommende Donnertag als Feiertag im Kalender aufscheint, bleibt den Stars des zweitgrößten Sandplatz-Turniers der HTT notfalls sogar noch ein weiterer Ersatztermin als Option. Ein Bericht vom bisherigen Geschehen von C.L

 

 

Die Tour steht derzeit Kopf - HTT mit der bislang besten Zeit ihrer Geschichte?

 

Es ist Sonntag Nachmittag an diesem zweiten Wochenende des Monats Mai, die Sonne strahlt von einem großteils blauen und nur durch einzelne bizarre Wolkenformationen getrübten Himmel. Und dieses prächtige Wetter täuscht ein wenig darüber hinweg, dass der Spielplan des 15. Mai-Super-4-Turniers längst gehörig durcheinander geraten ist. Die gute Laune lassen sich deswegen aber weder Akteure noch Veranstalter verderben. Denn was diese fatale Dreier-Kombination mit "Meisterschaft, Muttertag und Miese-Wetter" nicht verhindern konnte ist, dass die 15. Auflage des zweitgrößten Sandplatz-Turniers der Hobby-Tennis-Tour einmal mehr eine Kostprobe des momentanen Booms rund um den Circuit lieferte. Die Hobby-Tennis-Tour erlebt derzeit womöglich ihre bislang allerbeste Zeit. Noch nie war der "Tour-Zirkus" so ausgeglichen wie in den ersten viereinhalb Monaten des Jahres 2010. Jeder kann jeden schlagen, jede Woche bringt phantastische Matches, und jeder Spieltag erzählt seine eigene Geschichte. Und so bemerkte Salzburgs Topstar Markus Seitner am Sonntag Nachmittag beim Studium der Resultate vor der großen Ergebnistafel beim Centercourt ganz treffend: "Die Tour steht derzeit auf dem Kopf"!

 

 

Die Tour so ausgeglichen und spannend wie noch nie

 

Ja, das tut sie wirklich, und dieser Umstand wird derzeit zum wahren Glücksfall für die Hobby-Tennis-Tour. Noch nie in den 21 Jahren der Open Ära war die Punktejagd rund um den kleinen gelben Filzball so ausgeglichen und spannend wie jetzt. Die langen intensiven Dreisatz-Matches häufen sich, Überraschungen und Sensationen stehen an der Tagesordnung, es ist nichts mehr wie es einmal war. Prognosen und Voraussagen einzelner Matches oder gar des Turnier-Ausgangs sind nicht mehr als reine Spekulation, die Hobby-Tennis-Tour 2010 ist in einer neuen und nicht mehr erwarteten Dimension angelangt. Die gegenwärtige Situation hat sogar mit sich gebracht, dass das obligate "Jammern" ausblieb, das in der Vergangenheit bei Veranstaltungen in schöner Regelmäßigkeit einsetzte, wenn einige "big names" der Szene fehlten. Diesmal bei der 15. Auflage des Mai-Super-4-Turniers "schwänzten" gleich 12 Mann aus den Top 20 der Entry-List beim 100-Punkte-Sandplatz-Klassiker in Simmering, doch kein Hahn krähte nach ihnen. Nicht ein einziger Spieler kam am vergangenen Wochenende zum Veranstalter um nachzufragen, wo denn das fehlende Dutzend aus den Top 20 abgeblieben wäre. Kein Wunder, denn auch so hatten "Mayer & Co" beim Betrachten des Mai-Super-4-Tableaus das Gefühl, ganz viele und ganz starke Gegner im Kampf um den zweitwichtigsten Sandplatz-Titel des Jahres vor sich zu haben.

 

 

15. Mai-Super-4-Auflage hat alles was ein tolles Turnier bieten sollte

 

12 von den 20 besten Herren der vergangenen 52 Wochen nicht am Start, normaler Weise eine Art Super-Gau für ein so großes und wichtiges Sandplatz-Turnier der Hobby-Tennis-Tour. Nicht aber anno 2010, wo die 15. Auflage des Mai-Super-4-Turniers spannend wie noch nie verläuft. Es ist quasi alles drin in diesem fünften Sandplatz-Event des Jahres. Ein Qualifikant, der nach zwei Vorrundensiegen im Achtelfinale noch immer kräftig mitmischt, ein Newcomer aus Oberösterreicher, der als großer Unbekannter zur Überraschung des Turniers avancieren könnte, die Rückkehr der großen "alten" Helden aus der glorreichen Vergangenheit, und zwei Männer der Stunde, die das Geschehen der Tour im Frühjahr 2010 dominieren. Und dann sind da ja auch noch - genau ins Bild passend - zwei als Topfavoriten ins Turnier gestartete Herren, die mit der Titelvergabe aber überraschender Weise nichts mehr zu tun haben.

 

 

Sandplatz-Stars Seitner & Mayer sind 2 Wochen vor den "French-Open der HTT" auf Formsuche

 

Die Rede ist von Markus Seitner und Christoph Mayer. Den beiden Bundesländer-Stars, die in Zeiten des Allroundertums, in der Szene wohl als die letzten "echten" Spezialisten auf Sand gelten, und die in den vergangenen beiden Jahren die erfolgreichsten Sandplatzspieler waren, hatte man im Vorfeld die Rolle der aussichtsreichsten Sieganwärter beim 15. Mai-Super-4-Turnier zugedacht. Doch sowohl der Sandplatzkönig von 2008 Markus Seitner, als auch Kärntens Aschen-Ass Christoph Mayer haben in den ersten Wochen der Sandplatzsaison 2010 noch nicht richtig Tritt fassen können und im Falle Markus Seitners noch nicht mal einen Fuß auf den Boden bekommen. Das Salzburgs Sandplatz-Hero der vergangenen Jahre Markus Seitner zwei Wochen vor Beginn der "French Open der HTT" heuer noch nicht ein einziges Sandplatz-Match auf der Tour gewonnen hat, kommt einer mittleren Sensation gleich. Ein Erdbeben in Insiderkreisen, galt doch der 30jährige aus Salzburg die letzten Jahre als der Inbegriff für "erfolgreiches Tennis auf Sand". Kein Spieler der Tour hat in den beiden vergangegen Saisonen soviele Turniere und Matches auf Sand gewonnen wie Seitner. In seiner Glanzzeit 2008 musste sich der 10fache Turniersieger nur in einem einzigen Match auf dem roten rutschigen Untergrund geschlagen geben. Nämlich im Achtelfinale des Mai-Grand-Slam-Turniers, wo im Achtelfinale der spätere Finalist Christoph Wagner die Siegesserie und den Traum einer "perfekten Sandsaison" des Salzburger stoppte. Und auch Christoph Mayer konnte bislang weder die allgemeinen noch die persönlichen Erwartungen erfüllen. Als "Überflieger und titelhamsterndes Sandplatz-Monster" war der 25jährige aus Treffen beim April-WTB in die Sandplatzsaison gestartet und dort auch - trotz Finalteilnahme - gleich gescheitert. Die Niederlage im Endspiel gegen Thomas Guem wollte aber niemand überbewertet wissen, war eher als Ausrutscher und kleiner Betriebsunfall abgetan worden. Doch das überraschende Scheitern hatte womöglich doch Konsequenzen. Weil das Unternehmen Titelverteidigung eine Woche später beim April-Grand-Prix-Turnier statt zu einer Kür-Vorstellung zu einer Pflicht-Nummer wurde. Mit dem April-WTB-Titel im Gepäch wollte Mayer locker und gelöst seinen Vorjahreserfolg wiederholen, doch stattdessen setzte es einen viertelfinalen Crash gegen Vienna-Cricket-Star Christopher Caesar. Dazu kam - was Mayer damals aus Anstand verheimlichte - dass er beim April-GP-Turnier körperlich nicht zu 100 Prozent fit an den Start ging. Ein Mückenstich mitten ins Gesicht nötigte Mayer zur Einnahme eines Medikaments, das im Zusammenspiel mit sportlicher Höchstleistung eher leistungshemmend als leistungsförderlich war.

 

 

6:2, 4:2, 40:0 - Christoph Mayer kann gegen Thomas Guem klare Führung nicht nützen

 

Beim Mai-Super-4-Turnier und zwei Wochen vor ihren ganz persönlichen Saison-Highlights wollten die beiden Sandplatz-Stars aus den Bundesländern also zurück in die Erfolgsspur. Blöd nur, dass sowohl Seitner als auch Mayer in den letzten Wochen ein echter Angstgegner erwachsen ist. Für den Salzburger Markus Seitner wurde Mai-First-Series-Sieger Philipp Mayer innerhalb von nur 14 Tagen zum zweiten Mal zum Stolperstein, und für den Olympiasieger von 2008 Christoph Mayer entpuppte sich Tirols Thomas Guem binnen drei Wochen ebenfalls zum zweiten Mal als unüberwindbare Hürde. Dabei hatten sowohl Seitner als auch Mayer in ihren beiden Duellen mit den Angstgegnern gar nicht zögerlich und verschreckt losgelegt. Jeweils klar gewonnene erste Sätze ließen auf ein spektakuläres Comeback in den Siegerlisten hoffen, doch das Ende kam auf beiden Seiten bitterer denn je. Seitner wirkte am 7er-Court des TC Top Serve unbeweglicher und unmotivierter als jemals zuvor. "Dabei hatte ich mir vorgenommen, dieses Turnier zu gewinnen", schüttelte der Titel-Mitfavorit ungläubig den Kopf. Mit einem gequälten Lächeln musste am Sonntag Abend im vogezogenen ersten Viertelfinale auch Christoph Mayer vom Platz, und eine 2:6, 6:4, 6:0 Niederlage zur Kenntnis nehmen. 6:2, 4:2 und 40:0 führte der Kärntner, ehe im die Neuauflage des April-WTB-Finales beim TK Eden massivst aus den Händen glitt. "Das letzte Bisserl fehlt noch. Teilweise merke ich, dass es schon ganz gut geht, aber dann falle ich wieder in alte Fehler zurück. Vielleicht ist das aber alles ein gutes Omen, denn im Vorjahr haben mir meine zwei Turniersiege vor dem Mai-Grand-Slam eh nichts gebracht. Womöglich ist es diesmal umgekehrt. Sollte ich die "French Open der HTT" gwinnen können, dann wäre die Saison für mich ohnehin gerettet. Aber es wird sehr schwer, weil die Tour so unglaublich dicht geworden ist", so der 25jährige aus Treffen.

 

 

Aufstieg in die Spitze unterschätzt - Sascha Kogler überlegt Turnierpause

 

Das die süssen Früchte in Form von Topresultaten und Tour-Titeln selbst für arrivierte Stars wie Seitner und Mayer mittlerweile recht hoch hängen, macht die Sache für Newcomer wie Robert Rath und Sascha Kogler nicht gerade leichter. Die beiden höchst engagierten Neulinge mussten am Wochenende des Mai-Super-4-Turniers erstmals richtig heftige Rückschläge einstecken. Der ach so leichte Weg, rasant beschritten, mitten hinein in die Top Ten wie ihn Sascha Kogler noch bei seinem Tour-Debüt in der Südstadt skizziert hatte, ist längst zu einem beschwerlichen und steinigen Aufstieg geworden. Die Leichtigkeit, mit der Kogler zu Beginn seiner Tour-Karriere über die Courts fegte, die Lockerheit die sich in vielen seiner coolen Sprüche äußerte und mit denen er die Konkurrenz verbal überraschte, die scheint nach nur einem Monat Tour-Zugehörigkeit verflogen. Nach drei gelungenen Turnierstarts in der Südstadt, beim TK Eden und beim Arpil-Grand-Prix-Turnier, wo er jeweils das Achtelfinale problemlos erreichte, setzte es zuletzt zwei ganz bittere Auftakt-Ausrutscher. Vor einer Woche in Runde 1 beim Mai-First-Series-Turnier das Tie-Break-Drama gegen David Hühne, und diesmal nach gewonnenem ersten Satz die peinliche Doppel-Null-Nummer gegen Philipp Mayer. Dazu ein unglückliches Aus im Champions-Tie-Break des Doppel-Achtelfinales gegen die Masterssieger Harbarth-Rieger, ein "Wochenende zum Vergessen" war für den 39jährigen perfekt. Seither kursieren Gerüchte, Kogler würde sich eine Auszeit gönnen und mit intensivem Training noch einmal anders vorbereitet das Unternehmen "Gipfelsturm in die Top Ten" in Angriff nehmen.

 

 

Statt frustriertem Heimweg feierte Robert Rath gemeinsam mit Markus Hobiger den Titel beim Mai-First-Series-Doppel-Turnier 2010

 

Noch viel dramatischer scheint die Situation bei Koglers neuem Doppelpartner Robert Rath zu sein. Der 29jährige, der im vergangenen März sein Tour-Debüt feierte, hat sich prächtig im stets florierenden Tour-Zirkus eingefügt. Menschlich ist der Niederösterreicher mit seiner offenen und sympathischen Art schneller angekommen, als manch langjähriges Tour-Mitglied. Und auch sportlich sind die ersten neuneinhalb Wochen seiner Tour-Karriere mit einem Einzel-Halbfinale beim April-WTB-Turnier und einem Doppel-Titel beim Mai-First-Series-Turnier als äußerst positives Kapitel zu bewerten. Allerdings sieht der junge Mann aus dem Marchfeld sein bisheriges Tour-Auftreten nicht so "fruchtbar wie die Gegend aus der er kommt", und die ersten "9 1/2 Wochen" seiner Tour-Karriere brachten auch nicht so das große Lustgefühl wie erhofft. Das beim 29jährigen aber "Frust statt Lust" herrscht, und er am Sonntag Nachmittag eine längere Turnier-Pause ankündigte, scheint einzig und allein eine "mentale Sache" zu sein. Die übertriebene Erwartungshaltung mit der Rath seine zweite Tennis-Karriere vor wenigen Wochen in Angriff nahm, wird für ihn schon nach nur acht Turnierteilnahmen zum ganz großen Problem. Raths Resultate können nie und nimmer mit seiner persönlichen Erwartungsaltung mithalten, ein tödlicher Kreislauf, sind doch Turniersiege - wie sie der 29jährige von sich selbst fordert - nicht wie Semmeln beim Bäcker an der Ecke leicht und unbeschwerlich zu erstehen. "Ich spiele auf der Hobby-Tennis-Tour nicht um nur mit dabei zu sein, sondern um Turniere zu gewinnen", ließ der 29jährige auch am Sonntag Nachmittag nach seinem überraschenden Auftakt-Aus gegen Martin Kova verlautbaren und hievte sich damit noch ein weiteres großes Stück mehr unter Druck. "Es ist bei ihm alles reine Kopfsache" weiß die Familie rund um Freundin Agnes und Papa Hans zu erzählen. Wie extrem rasch das beim 29jährigen gehen kann, zeigte der gestrigen Muttertag, an dem Beobachter der Szenerie eine echt wilde Rath`sche Hochschaubahnfahrt der Gefühle mitverfolgen konnten. Der Ärger und die Enttäuschung waren riesig, als gerade er es war, der dem zuvor in sieben Tour-Bewerben sieglos gebliebenen Martin Kova nach dem Mai-Super-4-Erstrunden-Match am Netz zum Sieg gratulieren musste. Das ausgerechnet Rath es sein musste, der gegen einen krisengeschüttelten Kova als erster Spieler seit Armando Rotter im Achtelfinale des Februar-Grand-Prix-Turniers vor über drei Monaten nicht gewinnen konnte, war dem richtigen "fühlen und handeln" des mentalen Problemkinds nicht unbedingt förderlich. So veranlasste Robert bei seiner mitgereisten Familie das sofortige Zusammenpacken, das Ende des sonnigen Tennistages schien gekommen. Das Minuten später das vorwöchige und wegen Regens unterbrochene Mai-First-Series-Doppel-Endspiel auf dem Programm stand, schien Rath genauso wenig zu interessieren wie das später noch anstehende Doppel-Debüt an der Seite von Sascha Kogler. Doch nach einem eingehenden Gespräch mit dem Veranstalter, überlegte es sich die stimmungswandelnde Nummer 67 der HTT-Computer-Rangliste doch noch einmal, und führte nur eine halbe Stunde später Markus Hobiger zum gemeinsamen Doppel-Erfolg beim Mai-First-Series-Turnier.

 

 

David Hühne und sein Versagen bei den großen Turnieren der Hobby-Tennis-Tour

 

Würde beispielsweise Deutschlands Nummer 1 David Hühne ähnlich wie Robert Rath nach jedem sportlichen Rückschlag auf der Hobby-Tennis-Tour über die Sinnhaftigkeit seiner Tour-Zugehörigkeit nachdenken, der 30jährige vom Bodensee wäre wohl schon ein Fall für die "Klapse". Speziell wenn sich Hühne ernsthafter mit seinem Abschneiden bei Großveranstaltungen wie "Grand-Slams und Super-4-Events" auseinandersetzen würde. Denn was der Deutsche dort bei den "big events" in seiner bisherigen Karriere resultatsmäßig zu bieten hatte, ist reichlich wenig. Bei seinen 21 Turniertarts auf höchster Tour-Ebene, krachte Deutschlands neue Nummer 1 mit schöner Regelmäßigkeit bereits in Runde 1 ins Aus. Insgesamt 16 Mal war für den Singener zum Auftakt eines Top-Turniers Endstation. Bei 10 Grand-Slam-Starts schauten bisher magere zwei Einzelerfolge gegen die beiden Second-Series-Spieler Robert Macheev und Peter Weber heraus. Und bei seinem 11. Super-4-Karriere-Start setzte es für Hühne am frühen Sonntag-Nachmittag bereits zum achten Mal eine ärgerliche Startpleite. Wobei der Mai-Super-4-Auftakt-Ausrutscher leistungsmäßig gar keiner war. Denn einerseits hatte Hühne mit dem großgewachsenen Newcomer Alexander Arnoldner einen äußerst starken Gegner zu bekämpfen, und andererseits hatte der 30jährige speziell im ersten Teil des wegen Dunkelheit abgebrochenen Erstrunden-Matches mit einer gefälligen Darbietung überzeugt. Das der 23jährige Süddeutsche gegen seinen gleichaltrigen Kontrahenten am Samstag Abend den ersten Satz mit 7:5 für sich entschied, war letztlich aber nur ein Achtungserfolg, weil Arnoldner bei seiner Tour-Premiere erst mit Fortdauer des Matches so richtig in Fahrt kam und so auch im Achtelfinale gegen Patrick Meinhart mit 6:0, 6:3 problemlos das Viertelfinale erreichte.

 

 

Thomas Guem und sein immer größer werdendes Understatement-Problem

 

Für große Schlagzeilen sorgten am zweiten Mai-Weekend des Jahres aber einmal mehr Thomas Guem und Philipp Mayer. Guem ist und beibt "der" Shootingstar des Jahres schlechthin. Wann immer man in den letzten Monaten damit rechnete, dass die "Tiroler Überraschungsparty" jetzt doch bald einmal ein Ende haben wird, und der ohnehin gar nicht glamourös wirkende Auftritt des Mannes aus den Bergen total verblassen würde, wurde man vom 28jährigen aus Schönwies ein weiteres Mal eines Besseren belehrt. Mittlerweile ist aus der unbekannten Tour-Sensation in Rekordtempo ein in der Szene anerkannter Top-Mann geworden. In nicht einmal viereinhalb Monaten stürmte "Thommy Gee" mit zwei WTB-Erfolgen und zwei weiteren GP-Finalteilnahmen mitten hinein in die Top Ten der Hobby-Tennis-Tour. Sandplatz-Spezialist Christoph Mayer ist nur einer der wenigen Top-Stars, die den Tiroler längst als ernsthaften Konkurrenten im Kampf um die ganz großen Titel betrachten, und ihn auch für die in zwei Wochen anstehenden "French Open der HTT" auf der Rechnung haben. Und nach zwei WTB-Triumphen könnte sich Guem diese Woche mit seinem möglichen ersten Super-4-Titel noch weiter hinein in die Top-Ten spielen und sich dort dauerhaft etablieren. Nachdem der Tiroler am Sonntag Nachmittag gegen Rainer Stolz und Christoph Mayer als erster Spieler das Mai-Super-4-Halbfinale erreicht hatte, gingen die Prognosen der Mitspieler allesamt nur mehr in eine Richtung. Und Guem selbst bekommt mittlerweile weniger Probleme mit den Gegnern auf den Courts dieser Stadt, als vielmehr mit dem permanenten Betreiben von Understatement. Es fällt dem 28jährigen mit jedem gelungenen Turnier-Wochenende schwerer, die eigenen Erfolge auf glückliche Zufälle, diesmal indisponierte Gegner und sonstige andere Umstände die nicht in seinem Bereich liegen, zu erklären. Die eigene Leistung ist es, mit der sich Guem Woche für Woche, Top-Resultate und die Anerkennung der Gegnerschaft erspielt. Niemand im Circuit zweifelt mehr daran, und nur mehr die wenigsten Mitspieler nehmen dem "Alpen-Star" die Understatement-Nummer ab. "Der Thomas ist schon ein ausgezeichneter Tennisspieler der ganz vorne in die Tour hineingehört. Er stellt sich immer weitaus schlechter dar, aber er weiß sicher ganz genau um seine Stärken Bescheid", so Christoph Mayer.

 

 

Philipp Mayer - Mann der Stunde und seit 7 Spielen auf Sand ungeschlagen

 

Den Titel "Shootingstar" wird er Thomas Guem zwar nur schwer entreißen können, der Mann der Stunde auf Sand ist Philipp Mayer aber allemal. Der Schärdinger, vor einer Woche großer Sieger beim Mai-First-Series-Turnier schwimmt auf der Simmeringer Asche des TC Top Serve derzeit auf einer Welle des Erfolges. Beim April-Grand-Prix-Turnier sorgte er für die große Erstrunden-Überraschung mit dem Sieg über Markus Seitner. Keine sieben Tage liegt Mayers zweiter Karriere-Titel zurück, den er beim Mai-First-Series-Turnier in atemberaubendem Stil fixierte. Und dann zum Drübertreuen, stellte der Oberösterreicher auch in seinen beiden Auftaktpartien des Mai-Super-4-Turniers seine Hochform und die damit verbundene Anwartschaft auf den zweiten Titelgewinn innerhalb einer Woche unter Beweis. Sein momentaner Erfolgslauf, der bereits sieben Matches ohne Niederlage andauert, brachte dem 27jährigen neben jeder Menge Reputation im Cirucit, mit Rang 14 im Entry-Ranking auch sein absolutes Karriere-High. Was den Schärdinger derzeit auszeichnet und bei den Gegnern so gefürchtet macht, sind sein solides beinahe fehlerfreies Sandplatztennis und sein großes Kämpferherz, mit dem er in den letzten Tagen so manch verloren geglaubte Partie aus dem Feuer riss. Dreisatz-Schlachten sind sein Metier, vier seiner sieben Siege aus der bestehenden Erfolgs-Bilanz feierte der Oberösterreicher nachdem er Durchgang 1 verloren hatte. Ein Zeichen das die Einstellung stimmt, dass Mayer riesige Freude am Tennis hat und der Wille, den Sprung raus aus der Anonymität, hinein in die Elite der HTT zu schaffen, ausgerägt und vorhanden ist.

 

 

Claus Lippert, 10. Mai 2010