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06 Sept 2010 00:06
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Platz
Spieler
Pkt
1.
Harbarth Andreas
720
2.
Kiss Mario
602
3.
Guem Thomas
597
4.
Mayrhuber Franz
361
5.
Seitner Markus
330
6.
Mueller Thomas
314
7.
Geisler Alexander
255
8.
Rath Robert
245
9.
Schwing Patrick
227
10.
Kramer Christoph
225


 

Michi Karner schrammt nur hauchdünn am Finaleinzug vorbei

 

Viel hätte nicht gefehlt, und März-Super-4-Finalist Michael Karner hätte in seiner bislang besten Saison auf der Hobby-Tennis-Tour nach seinem ersten Titel gegriffen. Der 19jährige Stockerauer scheiterte nämlich am Montag Nachmittag im ersten Halbfinalspiel des Mai-First-Series-Turniers 2010 und den Sieg schon vor Augen nur hauchdünn an Hühne-Bezwinger Philipp Mayer. Karner lag im entscheidenden dritten Satz mit Break bereits 4:2 in Führung, fand zudem bei Aufschlag Mayers und 15:40 zwei Möglichkeiten zum wohl vorentscheidenden 5:2 vor, doch im Endspiel des 18. Saison-Turniers der Hobby-Tennis-Tour kämpft dann doch Oberösterreichs "Kraftlackel" Philipp Mayer um den Sieg. Der 27jährige aus Schärding siegte am Ende nach 1:51 Stunden mit 1:6, 6:3, 6:4 und steht damit zum zweiten Mal in seiner Karriere in einem Endspiel der Hobby-Tennis-Tour. Dort trifft Mayer auf Thomas Peyerl, der im zweiten Vorschluss-Runden-Duell am Centercourt gegen Serbiens Überraschungsmann Slobodan Vasiljevic in nur 45 Minuten sein 5. Karriere-Finale fixierte. Ein Bericht von C.L

 

 

4:2, 15:40 - Michi Karner war im Finish nur einen Punkt von einer 5:2 Führung entfernt

 

Als Tour-Veranstalter Claus Lippert am Montag Nachmittag kurz nach 15:30 Uhr die Kantine des TC Top Serve betrat, saß dort ein tief in ein Buch versunkener Michael Karner. Der 19jährige "schmökerte" gerade im Brad Gilbert-Bestseller "winning ugly", und womöglich hätte "Michi" das ein oder andere Kapitel aus der "mentalen Kriegsführung im Tennis" mehr lesen müssen, um am Ende Kampfmaschine Philipp Mayer erfolgreich in die Knie zwingen zu können. Auf der Heimfahrt wird Karner in seinem Buch wohl eifrig nachgeschlagen haben, zum Kapitel wie man bei 4:2 Führung zwei Breakmöglichkeiten zum 5:2 im entscheidenden dritten Satz "am häßlichsten aber auch erfolgreichsten" nützt. In der Nachbetrachtung des halbfinalen Schlagerspieles am Centercourt, waren diese Momente im Finish einer wirklich attraktiven Partie aber auch schon das Einzige, was Karner an diesem wolkenverhangenen Montag Nachmittag falsch machte. Davor war der 19jährige Niederösterreicher auf gutem Weg, nur drei Wochen nach seiner Finalteilnahme beim März-Super-4-Turnier in der Südstadt, erneut ein Endspiel zu erreichen. Nach nur 23 Minuten hatte Karner mit perfekter Taktik nicht nur Satz 1 mit 6:1 gewonnen, sondern den - ob seiner Vortages-Performance - sichtlich gezeichneten Gegner weiter mürbe gemacht. Bei Mayer ging in dieser Anfangsphase rein gar nichts. Beine so schwer wie Blei, dazu Blasen an den Fußsohlen, Tennis kann auch so hart und unschön sein.

 

 

"Typisch Michi Karner - so ein Match kann auch nur ich aus der Hand geben"

 

Doch irgendwie lief sich Mayer in der Folge die Müdigkeit aus den Beinen und der bis dahin souveräne Karner schien sich plötzlich einen Kopf darüber zu machen, wie und warum ein eigentlich glasklares Match plötzlich eine Wende nehmen konnte. Spätestens jetzt wäre in einer der vielen Wechselpausen wieder ein Griff zur mitgebrachten Literatur nötig gewesen. Mayer hatte mit 6:3 den Satzausgleich geschafft, und sich damit wohl klare mentale Vorteile für die anstehende Entscheidung verschafft. Trotzdem schien Karner zunächst dem "Finale" näher. Als der 19jährige wie erwähnt 4:2 führte, und bei Mayers Aufschlag nur einen Punkt vom 5:2 entfernt war, war praktisch alles angerichtet für den Finaleinzug des 19jährigen Niederösterreichers. Doch da er im Finish zu zögerlich, und zu passiv seine Trünpfe aus der Hand gab, durfte sich Mayer nach einer sehenswerten Aufholjagd und vier in Serie gewonnenen Games doch noch über den vierten Einzelsieg an diesem Wochenende freuen. "Es war ganz schwierig heute. Ich war extrem müde und dann die Blasen an den Beinen. Aber ich freue mich natürlich über den Finaleinzug beim Mai-First-Series-Turnier", so der Schärdinger September-WTB-Sieger. "Das ist typisch Michi Karner. So ein Match kann auch nur ich aus der Hand geben", ärgerte sich der Unterlegene, der dann aber gleich für das kommende Wochenende schon wieder die Marschrichtung vorgab. "Na dann holen wir uns halt das Mai-Super-4-Turnier", lachte der 19jährige.

 

 

Thomas Peyerl eilt in nur 45 Minuten in sein insgesamt 5. Karriere-Endspiel

 

War das erste Halbfinale des 3. Mai-First-Series-Turniers also noch eine spannende 1:51 Stunden dauernde Angelegenheit, ging Teil 2 des Semifinaltages am Centercourt mit einer gerade einmal 45 Minuten dauernden Macht-Demonstration von Thomas Peyerl zu Ende. Der 3fache Second-Series-Turniersieger der Hobby-Tennis-Tour eilte am Montag Nachmittag mit einem ungefährdeten 6:1, 6:0 Kantersieg über Slobodan Vasiljevic in sein insgesamt 5. Karriere-Endspiel, wo "Tom" im Duell mit Philipp Mayer auf Titel Nr. 4 hofft. Allerdings erwarten Peyerl dort dann ganz andere Voraussetzungen als am Montag Nachmittag, wo er als Nummer 38 der HTT-Computer-Rangliste seiner Favoritenrolle gegen Newcomer Slobodan Vasiljevic voll auf gerecht wurde. Gegen Mayer wird sich der 26jährige in der Rolle des Außenseiters wieder finden, und damit vielleicht gar nicht schlecht bedient sein. Das Peyerl starke Gegner nicht nur ärgern, sondern sie auch schlagen kann, hat er in der Vergangenheit schon mehrmals bewiesen. Sein größter Trumpf im Duell mit Mayer wird sicherlich die Komponente Fitness sein. Denn während sich der Oberösterreicher im Schnitt mehr als zwei Stunden pro Partie quälen musste um das Endspiel zu erreichen, spazierte Peyerl mit Ausnahme des Viertelfinal-Treffens gegen Stefan Schwing geradezu ins Finale.

 

 

Vasiljevic: "Matches gegen solche Gegner brauche ich um mich weiter zu verbessern"

 

Den letzten Schritt setzte Peyerl wie erwähnt am gestrigen frühen Abend, als er gegen den serbischen Mai-First-Series-Überraschungsmann Slobodan Vasiljevic mit 6:1, 6:0 keine Zweifel über den Sieger aufkommen ließ. Nur in der Anfangsphase des Matches konnte "Slobo" mit seinem Bezwinger mithalten. Da verwickelte der 36jährige seinen Gegner mit gefälligen Ballwechseln in einige enge Games. Bis 3:1 schien sich so ein durchaus offenes und interessantes Match anzubahnen, ehe Peyerl aber doch mächtig aufs Gas drückte. War es die nahende Regenfront oder der Plan weitere Kräfte für das Endspiel zu sparen? Wie auch immer, nach exakt 45 Minuten war das zweite Vorschluss-Runden-Duell zu Ende und Vasiljevic um die Erfahrung reicher, dass nach drei Siegen in Serie, die Bäume doch noch nicht in den Himmel wachsen. "Der Thomas war heute klar besser als ich. Nur am Anfang konnte ich ein bißchen mithalten, aber er hätte in jedem Fall gewonnen. Matches gegen solche Spieler brauche ich aber mehr, wenn ich mich auf Dauer verbessern möchte", meinte der 36jährige nach einem wirklich gelungenen Turnier-Auftritt. "Ich habe den Slobodan in keiner Phase des Matches unterschätzt. Vorallem zu Beginn war es nämlich wirklich eng. Ich habe dann aber sehr viel über seine Rückhand gespielt, und das hat dann letztlich den Ausschlag gegeben", so der Sieger.

 

Claus Lippert, 4. Mai 2010