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Kova - Kunz & Kramer - Tour-Größen in der Krise
Ein arriviertes Tour-Trio und drei klingende Namen durchleben derzeit eine äußert harte Zeit im Circuit. Denn die drei "K" Kova, Kunz & Kramer befinden sich seit längerer Zeit im Sinkflug auf ungewohntes Mittelmaß. Den vorläufigen Höhepunkt der pauschalen Erfolglosigkeit musste das krisengeschüttelte Trio am vergangenen Mai-First-Series-Wochenende hinnehmen, wo für die drei namhaften Tour-Stars jeweils schon mit dem ersten Auftritt das vierte Sandplatz-Turnier des Jahres zu Ende war. Ein Bericht von C.L

Aus Krise von Kova & Kunz ist längst eine "Katastrophe" geworden
Zusammen haben sie es in ihren besten Zeiten auf insgesamt 40 Turniersiege gebracht. Doch anno 2010 sind Martin Kova, Michael Kunz und Christoph Kramer nur mehr in Sachen Erfolgslosigkeit vereint. Die "noch" aktuellen und ehemaligen Top-Ten-Stars kämpfen mit einer hartnäckigen Tennis-Krise und gegen den drohenden Total-Absturz im Ranking. Googelt man den Begriff "Krise", dann kann man folgendes nachlesen. "Als Krise bezeichnet man eine schwere Zeit oder schwierige Situation die den Höhe- und Wendepunkt einer gefährlichen Entwicklung darstellt. Nimmt die Entwicklung einen dauerhaft negativen Verlauf, so spricht man von einer Katastrophe". Und als solche ist mittlerweile wohl die Performance vorallem von Martin Kova und Michael Kunz zu sehen.

Martin Kova kassiert gegen Philipp Mayer die 7. Erstrunden-Niederlage in Serie
Während Christoph Kramer nach der bereits achten Erstrundenpleite in dieser Saison noch immer nichts von einer Krise wissen möchte, und scheinbar die Augen vor seiner krisengeschüttelten Tour-Realität schließt, gestehen sich Martin Kova und Michael Kunz ihren Niedergang vorbehaltlos ein. Das Mai-First-Series-Weekend hatte für die einst erfolgsverwöhnten Tour-Helden wieder einmal einen echten "Hammer" parat. Für Martin Kova, den 29fachen Turniersieger und ehemaligen Ranglisten-Ersten kam es in Form seiner siebenten Erstrundenniederlage in Folge knüppeldick. Damit verzeichnete Kova "no na" den schlechtesten Saisonstart seiner 13jährigen Karriere. Die 4:6, 2:6 Niederlage gegen Philipp Mayer am Centercourt offenbarte einmal mehr, woran es dem 27jährigen derzeit mangelt. Es ist vorallem das Selbstvertrauen, das Kova einst massigst intus hatte und ihn so zum gefürchteten Gegner der Tour-Elite machte, ihm andererseits aber momentan total fehlt. Und so sind selbst an guten Tagen wo Kova ganz annehmbar Tennis spielt, Matches auf der Tour nicht mehr zu gewinnen. "Wenn du schlecht spielst und gewinnst, oder wenn du gut spielst und verlierst, vorallem aber wenn du Spaß am Tennis hast, dann passt das. Doch wenn du so wie ich nur mehr schlecht spielst und verlierst, dann geht auch die Freude an diesem Sport verloren", klingt Kova fast schon resignativ.

Wie ein ehemaliger "HTT-Wimbledonsieger" in nur 44 Minuten demontiert wurde
Das es ohne Selbstvertrauen auf der Tour nichts mehr zu gewinnen gibt, weiß auch Michael Kunz. Es gibt nur ganz wenige Spieler, nämlich 14 an der Zahl, die so wie er, in ihrer Karriere "Wimbledonsieger der HTT" geworden sind, aber auch nur ganz wenige Akteure, die in eine derart tiefe und unerklärliche Krise schlitterten wie der 38jährige Deutsch Wagramer. Keine 24 Monate ist es her, dass Kunz mit dem Rasen-Grand-Slam-Sieg 2008 seinen größten Karriere-Triumph feierte. Seither ist es in Sachen "Erfolge" still geworden um den ehemaligen Rasen-Hero. Und in jüngster Vergangenheit folgte gar ein brutaler und nie und nimmer erwarteter Absturz, der am Sonntag Vormittag mit einem neuen Kapitel den vorläufigen Negativ-Höhepunkt brachte. In nur 44 Minuten wurde der im Entry-Ranking auf Platz 40 zurückgefallene Niederösterreicher von Gerald Marhold mit 1:6, 2:6 deklassiert. Eingefleischten Tour-Fans blutete das Herz, angesichts der Demontage eines echten Heros und Denkmals der HTT. Wie Kunz hilf- und planlos von einem Gegner vorgeführt wurde, der selbst gerade einmal 3 Plätze besser im Ranking klassiert ist, machte den "Frühschoppen" am Centercourt erst so richtig bitter. "Ja, ich bin in einer echten Krise. Aber ich werde da auch wieder herausfinden. Ich werde jetzt einmal die Meisterschaft am nächsten Wochenende absagen und beim Mai-Super-4-Turnier in Einzel und Doppel Spielpraxis sammeln", so Kunz, der heuer erst drei Einzelsiege gegen Sebsatian Somloi, Peter Prinz und Markus Sellmeister einfahren konnte. Undefinierbarer als sein momentanes Tennis sind nur mehr die "chinesischen Zeichen" auf seinem T-Shirt.

"Alles in Ordnung" Christoph Kramer kann keine Krise bei sich orten
Während Kova & Kunz also zu ihrer handfesten Tenniskrise stehen, wähnt sich "Rekordmann" Christoph Kramer mit seiner Tour-Performance noch immer im grünen Bereich. Eine Krise will sich der 27jährige nicht andichten lassen, und überhaupt will der Ranglisten-Fünfte "alles in Ordnung" wissen. Die dritte Erstrundenniederlage in Serie betrachtet der 5fache Turniersieger keineswegs als Alarmsignal, sondern viel eher als kurze Durststrecke, die er immer wieder in seiner langen Laufbahn schon einmal zu durchtauchen hatte. Die unbestechlichen statistischen Zahlen freilich sprechen eine andere Sprache. Bei 12 Saisonstarts krachte der Leopoldsdorfer gleich 8 Mal in Runde 1 aus dem Bewerb. Und seit 2008 - also jenem Zeitpunkt als der "Rekordler" begann im Vorderfeld der Szene mitzumischen, ist er noch nie so schlecht in eine Saison gestartet. Das belegen eindeutig die Zahlen des unten stehenden Vergleichs. Kramer hatte nach 12 Turnieren noch nie so wenige Siege und Punkte wie heuer. Den Grund dafür glauben Tour-Experten zu kennen. Auf der irrwitzigen Rekordjagd des 27jährigen bekommt weder Geist noch Körper die notwendigen Regenerationszeiten. "Blödsinn, ich bin topfit und voll motiviert. Ich mache vorerst sicher keine Pause. Ich freue mich schon auf das Super-4-Wochenende", so Kramer. Das wird dann übrigens sein 90ster Turnierstart in ununterbrochener Reihenfolge sein.

Die letzten drei Saisonstarts des Christoph Kramer im Vergleich
| nach jeweils 12 Turnieren |
2008 |
2009 |
2010 |
| Turniersiege |
1 |
0 |
0 |
| Finalteilnahmen |
0 |
1 |
0 |
| Halbfinalstarts |
3 |
2 |
0 |
| im Viertelfinale |
1 |
1 |
2 |
| Achtelfinalteilnahmen |
3 |
1 |
2 |
| Erstrunden-Niederlagen |
4 |
7 |
8 |
| Spiele insgesamt |
26 |
25 |
17 |
| errungene Siege davon |
15 |
13 |
5 |
| erlittene Niederlagen |
11 |
12 |
12 |
| Punkte im Champions-Race |
162 |
121 |
90 |
Claus Lippert, 3. Mai 2010
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