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05 Sept 2010 23:40
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Platz
Spieler
Pkt
1.
Harbarth Andreas
720
2.
Kiss Mario
602
3.
Guem Thomas
597
4.
Mayrhuber Franz
361
5.
Seitner Markus
330
6.
Mueller Thomas
314
7.
Geisler Alexander
255
8.
Rath Robert
245
9.
Schwing Patrick
227
10.
Kramer Christoph
225


 

Hühne & Kogler mit Höhepunkt beim Mai-First-Series-Marathon

 

Der Tag danach oder besser gesagt der Morgen nach dem intensiven 16ten Saison-Weekend auf der Hobby-Tennis-Tour, er wird bei vielen Akteuren des Mai-First-Series-Turniers eher beschwerlich als beschwingt begonnen haben. Gut möglich, dass in den Haushalten von Hühne, Marhold, Mayer & Co der Wecker am Montag Morgen länger klingeln musste, ehe die Helden des vergangenen Wochenendes aus den Betten gekrochen waren. Was angesichts der Ereignisse der letzten 48 Stunden kein Wunder wäre. Gleich 14 der insgesamt 31 Partien vor dem Halbfinale dauerten länger als 2 Stunden. Den Vogel dabei schossen David Hühne und Sascha Kogler ab, die sich in Runde 1 in einem wahren Tie-Break-Krimi exakt 3:29 Stunden gegenüberstanden. Ein Bericht von C.L

 

 

Fitness und Physis werden immer wichtiger auf der Hobby-Tennis-Tour

 

Schmerzende Muskeln, krampfende Waden, der HTT-Tennis-Marathon des ersten Mai-Wochenendes hat bei den Aktiven deutliche Spuren hinterlassen. So auch beim "König der Marathonspieler" Philipp Mayer, der sich am Montag Nachmittag mit müden Beinen und Blasen an den Sohlen zum halbfinalen Duell mit Michael Karner auf den Centercourt schleppte. Der Oberösterreicher stand am Sonntag fast 8 Stunden auf dem Platz, ehe er sich sowohl im Einzel als auch im Doppel des Mai-First-Series-Turniers ins Halbfinale gekämpft hatte. Insgesamt "klopfte" der 26jährige am Mai-First-Series-Wochenende knapp mehr als 10 Stunden auf den kleinen gelben Filz ein, womit er knapp vor Deutschlands Nummer 1 David Hühne und Gerald Marhold das Ranking der "Dauerspieler" anführte. Ja, die Hobby-Tennis-Tour verläuft anno 2010 so ausgeglichen wie noch nie in ihrer seit 1990 andauernden Ära. Und immer wichtiger werden damit auch Faktoren, die bislang im Breitensportbereich "belächelt" und als verzichtbar galten. Fitness & Kondition, wer davon nicht genug hat, für den sind Topleistungen und noch bessere Resultate in unerreichbare Sphären entrückt. Wer einen Tennis-Marathon mit knapp drei stündiger Spielzeit besteiten muss, der kann sich im Falle eines Sieges im ersten Augenblick zwar noch über das Erreichen der nächsten Runde freuen, haben sich die Momente des Glücksgefühls aber gelegt, so kann besagter Spieler mögliche Titel-Ambitionen gleich abhaken. Körperliche und geistige Frische sind auf der Hobby-Tennis-Tour wichtiger denn je, und angesichts der unheimlichen Dichte im Kampf um Titel & Trophäen eine unverzichtbare Voraussetzung. Viele Spieler forcieren daher ihr Konditionstraining und versuchen mit der entsprechenden Physis, den Anforderungen der Hobby-Tennis-Tour im Jahr 2010 gerecht zu werden. Denn mittlerweile reden wir ob der vielen engen und langen Matches während eines Turniers nicht mehr nur vom Erfolg, sondern - wie in den letzten Wochen deutlich gesehen - auch von der Gesundheit.

 

 

Hühne gewinnt Tie-Break-Krimi gegen Kogler nach 3:29 Stunden mit 7:6, 6:7, 7:6

 

Gute Kondition und ein durchdachtes Zeit-Management sind deshalb im Circuit längst so wichtig geworden, wie ein perfekt besaitetes Racket. Wer sich Stunde um Stunde im Vorfeld beim Veranstalter in Sachen Spielterminen "abzwackt", bekommt immer öfter die Rechnung auf dem Court präsentiert. Ein zweites Match nach einem langen Erst-Auftritt, von den meisten Akteuren noch vor kurzer Zeit als Usus abgetan, wird vielen Aktiven immer öfter zum Verhängnis. Ja, und wie eng es mittlerweile auf der Tour hergeht, bekam man am vergangenen Mai-First-Series-Wochenende präsentiert. Die zweitlängste Outdoor-Partie der Tour-Geschichte kostete beispielsweise David Hühne die Chance auf seinen möglichen zweiten Tour-Titel. Der 30jährige aus Singen, musste in seiner Erstrunden-Begegnung mit Sascha Kogler 3:29 Stunden fighten, ehe er einen echten Tie-Break-Thriller für sich entschieden hatte. Nach zuletzt gleich drei Erstrunden-Niederlagen in Serie, zeigte der Deutsche im spielerischen Bereich ansteigende Form, und auch in kämpferischer Hinsicht eine Ausnahmeleistung. Nachdem er im zweiten Satz vier Matchbälle ungenützt ließ, musste er im entscheidenden dritten Heat bei scheinbar aussichtslosem 1:5 Rückstand gleich 5 Kogler-Matchbälle abwehren, ehe er im dritten Tie-Break dieses Centercourt-Marathons die Oberhand behielt. Am nächsten Vormittag zahlte Hühne dann aber die Rechnung für das nicht enden wollende Sandplatz-Schach, welches er sich mit Kogler geliefert hatte. Gegen Kova-Bezwinger Philipp Mayer führte der Singener mit 6:1, 5:3, ehe ihm regelrecht "der Saft" ausging. Drei Matchbälle konnte Hühne nicht verwandeln, und im dritten Satz auch absolut gar nichts mehr zusetzen.

 

 

Marhold vergibt im dritten Satz des Viertelfinales gegen Karner ohne Kraft ein 4:0

 

Mayer selbst rettete sich eine Runde später in einem wahren Kraftakt auch noch über den höher eingeschätzten Rainer Stolz ins Halbfinale hinweg. Der Valek-Freund, am Vortag selbst schon in einen heißen Dreisatz-Fight mit Robert Rath verwickelt, kam mit dem destruktiven Spiel Mayers in keiner Phase zurecht, und musste sich als Titelfavorit Nummer 1 gehandelt, vorzeitig verabschieden. Einiges vor hatte am Mai-First-Series-Wochenende auch Gerald Marhold. Und womöglich wäre dem 31jährigen sein Erfolgsplan beim 18. Saison-Turnier auch voll aufgegangen, wenn ja wenn der Wiener nicht Opfer des Spielplans geworden wäre. Im Vorfeld hatte Marhold für Samstag um einen spielfreien Tag gebeten, am Sonntag fiel ihm der notwendige Triple-Pack-Auftritt dann auf den Kopf. Selbst der gerade einmal 46 Minuten dauernde Sprintsieg in Runde 1 über Michael Kunz half da nicht. Marhold spielte zwar großartiges Sandplatz-Tennis, kippte damit einen auch überzeugend agierenden Alexander Udovc aus dem Bewerb, ehe sich im dritten Single der ausgeruhte Michael Karner den Vorteil des bereits am Vortag absolvierten Achtelfinales gegen Alexander Sterzl zu Nutze machte. Was pasiert, wenn die Kraft-Reserven aufgebraucht sind, bekam Marhold im dritten Satz zu spüren, als er trotz 4:0 Führung mit schweren Beinen beinahe hilflos ins Aus rutschte. "Am Schluss ist es an der mangelnden Kraft gelegen. Im Halbfinale wäre ich ohnehin erledigt gewesen. Ein 4:0 darf man trotzdem nicht hergeben", meinte ein enttäuschter Gerald Marhold.

 

 

Slobodan Vasiljevic - die bosnisch-serbische Mai-First-Series-Überraschung

 

Weniger brutal ging es derweil in der "künstlich" angelegten unteren Rasterhälfte des Mai-First-Series-Turniers 2010 zu. Der Überraschungsmann dort war ohne Zweifel der Serbe Slobodan Vasiljevic. Der 36jährige, der vor einer Woche beim April-Second-Series-Turnier sein Debüt feierte und dort gleich beim ersten Auftritt in Georg Vogt seinen Meister fand, konnte sich beim zweiten Antreten auf Anhieb rehabilitieren. Der eigentlich in Bosnien geborene, und seit 2001 in Österreich lebende "Slobo" überzeugte auf seinem Weg ins Semifinale mit solidem Sandplatztennis, das er ohne Satzverlust gegen arrivierte Second-Series-Stars wie Alexander Szele, Andreas Hradtezky und Peter Steinberger auch in entsprechende Resultate ummünzen konnte. Diesbezüglch glücklich zeigte sich der 36jährige Serbe dann auch am Sonntag Nachmittag. "Ich bin zufrieden. Das muss man ja auch sein, wenn man es bis ins Semifinale schafft. Ich bin heute ruhig geblieben und ich habe versucht, konzentriert zu sein. Das Resultat war mir egal, weil ich einfach nur mein Spiel verbessern wollte. Auch im Halbfinale werde ich kämpfen und alles geben, ganz egal wer da kommt", zeigte sich Vasiljevic kämpferisch.

 

 

Wöchtl und Riegler - zwei Newcomer die beim Mai-First-Series überzeugen konnten

 

Ebenfalls den Einzug ins Halbfinale beim Mai-First-Series-Turnier schaffte Thomas Peyerl. Der 26jährige avancierte vor Turnierbeginn zum "Glückskind", als er bei der Auslosung in die schwächere untere Rasterhälfte gezogen wurde. Und diesem Umstand nützte "Tom" dann am ersten Mai-Wochenende des Jahres auch perfekt aus. Bei seinem 85. Karriere-Start kämpfte er sich gegen Peter Wenitzky und Peter Wöchtl ins Viertelfinale, wo im Schlager des unteren Tableaus Stefan Schwing wartete. Der mittlerweile 18jährige, einst als Wunderkind gepriesene TC Top Serve-Star, hielt das Duell um einen Halbfinalplatz lange Zeit völlig offen, ehe er sich beim "Ball holen" verletzte. Umgeknöchelt und mit Schmerzen, vermochte Schwing im entscheidenden dritten Satz seinem Gegner nicht mehr Paroli bieten zu können, womit sein Comeback im Viertelfinale und damit doch früher als erwartet endete. Peyerl hingegen feierte den 60. Einzelsieg seiner Laufbahn und analysierte knapp aber präzise. "Die Leistung heute hat gepasst". Gepasst hat auch die Performance zweier Newcomer. Peter Wöchtl hat bei seinem zweiten Antreten auf der Tour wie schon vor zwei Wochen bei seiner Premiere beim TK Eden die zweite Runde erreicht. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten und nachdem sich der 40jährige auf das nicht einfach zu spielende Tennis von Gegner Martin Riegler eingestellt hatte, landete Wöchtl einen letztlich doch recht klaren 5:7, 6:0, 6:0 Erfolg. Riegler selbst hatte sein Erfolgserlebnis schon eine Runde davor in der Quali. Dort kämpfte 28jährige aus Kirchberg an der Pielach in toller Manier Blagoje Dogandzic in zwei Sätzen nieder. "Ich bin gut hineingestartet in das Turnier. Im zweiten Match sind mir aber meine Grenzen aufgezeigt worden. Das ich gegen Wöchtl zwei Mal die "Null" bekommen habe, tut ein bißchen weh, aber insgesamt bin ich mit meinem Debüt sehr zufrieden", so Riegler.

 

 

Claus Lippert, 4. Mai 2010