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Süd-West-Bundesländer-Gipfel im April-WTB-Finale 2010
Zum Showdown der beiden Titelfavoriten Christoph Mayer und Thomas Guem kommt es am Dienstag Nachmittag im Endspiel des 7. April-WTB-Turniers 2010 beim TK Eden. Die beiden Topstars des Sandplatz-Saison-Openings in Floridsdorf haben sich im Halbfinale "problemlos" in jeweils zwei Sätzen durchgesetzt, und so das große finale Bundesländer-Duell möglich gemacht. Der Süd-West-Gipfel Kärnten gegen Tirol als würdiger Abschluss einer hochklassigen Veranstaltung, ein Bericht von C.L

April-WTB-Titel geht zum dritten Mal in Folge "hinaus" in die Bundesländer
Nach drei internationalen Turniersiegen beim April-WTB-Turnier in den Jahren 2005 bis 2007 durch Chris Lankinen (Finnland), Filip Vladkov (Bulgarien) und Stanislav Perepelkin (Russland), wird der erste Sandplatz-Titel des Jahres heute zum dritten Mal in Folge in die "Bundesländer" hinaus gehen. Nachdem Sandplatz-Spezialist Markus Seitner in den Jahren 2008 und 2009 am TK Eden siegreich blieb, und so den Titel nach Salzburg holte, bleibt auch die heurige 7. Auflage des Sandplatz-Auftakt-Bewerbs fest in Bundesländer-Hand. Das steht schon vor dem 15. Saisonfinale fest, treffen doch mit Kärntens Olympiasieger von 2008 Christoph Mayer und dem Tiroler Shootingstar Thomas Guem zwei "Nicht-Wiener" aufeinander. Die Tourstars aus dem Osten Österreichs blieben "an der Schanze" einmal mehr ohne Erfolgserlebnis. Weil Robert Rath im halbfinalen Duell mit Topfavorit Christoph Mayer chancenlos war, und im zweiten Vorschluss-Runden-Treffen die bis dahin imposante Tina Weiss-Show ein abruptes Ende fand.

Die tolle "Tina-Weiss-Show" beim April-WTB-Turnier endet im Halbfinale
Ein bißchen Wehmut war bei einigen der vielen Zuseher schon zu spüren, als am gestrigen Montag knapp vor 18 Uhr das "Sandplatz-Märchen" rund um Tina Weiss ohne Happy End zu Ende gegangen war. Die 22jährige, die im Verlauf des Turniers den Herren Christoph Kramer, Harald Schauer und Martin Mayerhofer nacheinander zeigte, wozu das vermeintlich schwache Geschlecht fähig ist, musste sich im Halbfinale nach einer abermals starken Leistung dem amtierenden März-WTB-Sieger Thomas Guem knapp mit 3:6, 4:6 geschlagen geben. Das Teil 4 des "battle of the sexes" also des Kampfes der Geschlechter nicht ähnlich siegreich für den weiblichen Topstar der Veranstaltung in Floridsdorf endete, wie die drei Auftritte davor, hatte aber weniger damit zu tun, dass Thomas Guem sich als übermächtiger Gegner aufgespielt hätte, sondern eher mit einer merkbaren Müdigkeit, mit der Weiss zu kämpfen hatte. Die 22jährige vom UTC Wien musste dem intensiven und anstrengenden April-WTB-Programm mit Einzel & Doppel doch ein wenig Tribut zollen, und damit im Halbfinale den Traum vom Finaleinzug aufgeben. Was freilich nichts daran ändert, dass Weiss die positive Überraschung des 7. April-WTB-Turniers 2010 bleibt. Ihr Auftritt wird noch länger in Erinnerung bleiben. Er sorgte für frischen Wind im verstaubten "Einheits-Alltag der Männer-Tourwelt", er sorgte für großes Staunen bei der männlichen Konkurrenz und er sorgte für gewaltige Stimmung zum Auftakt der Sandplatz-Saison 2010.

Am Ende musste Tina Weiss den Anstrengungen des Sonntags Tribut zollen
Das aber selbst für eine arrivierte Meisterschaftsspielerin wie Tina Weiss samt großartiger Technik ein WTB-Turnier auf der Hobby-Tennis-Tour nicht im "Vorbeigehen" zu gewinnen ist macht deutlich, wie wichtig heutzutage das Thema "Kraft und Kondition" geworden ist. Denn genau an diesen Punkten hakte es am Montag Abend am Centercourt, als die charmante April-WTB-Überraschungs-Halbfinalistin versuchte, vor den Augen ihres Vaters und von Freund Florian als erst fünfte Spielerin der Tour-Geschichte in ein Finale der Hobby-Tennis-Tour einzuziehen. Spielerisch mehr als ebenbürtig, glänzte Weiss zu Beginn der Partie wieder mit ihrem druckvollen Tennis von der Grundlinie. Damit stürzte sie Guem in massive Probleme und in eine ganz intensiv geführte Begegnung, die erst nach zwei Stunden und zwei Sätzen zugunsten des Tiroler Shootingstars entschieden war. Dabei hatte Weiss zu jeder Phase des Matches ihre Chancen, dem Spiel eine positive Wende zu geben. Im ersten Durchgang führte die 22jährige schon mit 3:1, ehe sie fünf Games in Folge und den ersten Heat abgeben musste. Im zweiten Satz fand der UTC-Wien-Star bei 2:2 und 40:0 drei Möglichkeiten zur Führung vor. Eine grandiose Aufholjagd im Finish, als "Tina" von 2:4 auf 4:4 noch einmal heran kam, zeugte von Kampfgeist und mentaler Stärke, einzig die Beine spielten am Ende nicht mehr ganz mit. "Ich war heute doch schon müde und nicht mehr so fit. Der gestrige Sonntag war anstrengend, und so hat mir heute die Spritzigkeit gefehlt. Allerdings habe ich auch im Semifinale phasenweise ganz gutes Tennis gespielt. Mein Gegner hat mich aber mit Slice und hohen Bällen aus dem Rhythmus gebracht. Ich bin insgesamt aber mit meiner Leistung während des gesamten Turniers sehr zufrieden", zog Tina Weiss eine abschließende April-WTB-Bilanz.

Thomas Guem steht zum vierten Mal in dieser Saison in einem Tour-Endspiel
Und Tinas Zufriedenheit war auch berechtigt, immerhin hatte sie die Herren Kramer, Schauer und Mayerhofer ausgeschaltet, und im Semifinale einem jungen Mann Paroli geboten, der heuer auf der Tour u.a schon die Nummer 2 der Szene Thomas Müller schlagen konnte. Den "Titel" Shootingstar 2010 trägt der 28jährige aus Schönwies zurecht, immerhin qualifizierte er sich am Montag Abend bereits zum 4. Mal in dieser Saison für ein Finale. "Das war ein ziemlich harter Kampf. Ich war mir bis zum Schluss nicht sicher, ob es vielleicht drei Sätze geben wird", zeigte sich der Tiroler auch von der Leistung seiner Gegnerin beeindruckt. Im Endspiel wird der Schönwieser auf den großen Titelfavoriten Christoph Mayer treffen. Der Kärntner setzte seinen Sololauf ins April-WTB-Endspiel auch in der Vorschluss-Runde in beeindruckender Manier fort, und feierte gegen Hühne-Bezwinger Robert Rath einen souveränen und ungefährdeten 6:1, 6:2 Erfolg. Das Mayers Antreten womöglich ein Fehler des Veranstalters war, will dieser nach dem Endspiel analysieren. "Man muss das Finale noch abwarten, aber sollte Mayer auch dort klar gewinnen, dann stehe ich auch nicht an, mit der Vergabe der Starterlaubnis an Mayer einen Fehler meinerseits einzugestehen", so Lippert. Spielt der 25jährige aus Treffen am Dienstag Abend ähnlich stark wie in den vier Runden davor, dann kann sich der Verantalter schon einmal eine entsprechende Erklärung einfallen lassen. Noch aber muss auch der Olympiasieger von 2008 erst einmal zum "finalen Akt" auf den Centercourt und sich dort im Süd-West-Bundesländer Gipfel gegen Thomas Guem beweisen.

Christoph Mayer nach Sieg über Robert Rath: "Die Sandplatzsaison ist eröffnet"
Die letzte Hürde auf dem Weg ins Finale übersprang Mayer aber in der ihm eigenen Leichtigkeit, die er auf Sand ausspielt und ausstrahlt. "Die Sandplatzsaison ist eröffnet", lächelte der Kärntner nach dem 6:1, 6:2 Kantersieg über Robert Rath und brachte damit zum Ausdruck, dass fortan mit ihm wieder zu rechnen ist. Wenn die Tennishallen schließen, roter Sand aufgelegt und Frühling ausgebrochen ist, dann erwacht auch die Begeisterung für den kleinen gelben Filzball im Olympiasieger von 2008. Seine Auftritte in der Halle sind oftmals ganz einfach nicht anzuschauen, und nicht annähernd mit dem vergleichbar, was Mayer zu bieten hat wenn es rot und rutschig unter seinen Beinen wird. Dann spielt der 25jährige aus Treffen in einer anderen Liga, zwei Klassen stärker als "Indoor" und mit den Gedanken, an die ganz großen Titel dieser Sandplatz-Saison. "Mein Ziel ist es, heuer bei allen Sandplatzturnieren wo ich spiele und egal bei welchem, mindestens das Semifinale zu erreichen". Eine klare Aussage, die bei der unheimlichen Dichte an guten Spielern auch eine ganz deutliche Kundgebung in Sachen Selbstvertrauen darstellt. Ähnlich selbstbewusst präsentierte sich Mayer am Montag Abend auch im zweiten Halbfinale gegen Robert Rath. Der 29jährige, auch nicht gerade ein "Schlechter" hatte gerade einmal 41 Minuten Zeit, sein erstes Semifinale auf der Tour so richtig zu genießen. Obgleich sich der Genuß-Faktor wohl in Grenzen gehalten haben wird, angesichts der Dominanz seines Gegenübers, die Rath zum totalen Statisten degradierte. Das der Schlager am Centercourt aber keine Dreiviertelstunde dauerte und Einbahnstraßen-Tennis brachte, lag nicht nur an der Klasse des Siegers, sondern wohl auch an der inneren Einstellung des Verlierers. Das Rath schon am Vortag mit eigenen Augen ansehen musste, was 24 Stunden später auf ihn zukommen würde, machte die Sache für den 29jährigen Niederösterreicher noch schwieriger. Den Glauben an sich selbst, und an eine mögliche Sensation, den hatte Rath daheim in Leopoldsdorf im Marchfeld gelassen. Und so blieb dem Newcomer vor den Augen von Papa Hans und Tochter Anna-Sophie nicht mehr übrig, als mit gelegentlichen Winnern auf sein großes Potential aufmerksam zu machen, und mit ausgedehnten Pausen das unvermeidbare Debakel zumindest nicht in einen Negativ-Rekord in Sachen "schnellste Niederlage alle Zeiten" ausarten zu lassen.

"Robert Rath hat sicherlich Potential für die Top Ten der Hobby-Tennis-Tour"
"Ich bin schwer enttäuscht. Ich habe zwar nicht mit einem Sieg gerechnet, aber das ich keinen Ball im Spiel halten konnte, ärgert mich gewaltig. Der Mayer spielt großartig und er hat eine tolle Rückhand. Ich habe noch nie einen Spieler gesehen, der seine Vorhand ümläuft", staunte Rath. Für den unterlegenen 29jährigen gab es an diesem Abend aber doch auch noch Lob und Anerkennung. "Ich habe zwar heute wieder eine sehr gute Leistung geboten und ich hatte nie das Gefühl, dass in diesem Match was anbrennen könnte, aber der Robert Rath hat sicher Potential für die Zukunft. Er hat auf der Rückhand zwar noch nicht die Klasse, um mit den allerbesten der Tour mitzuspielen, aber wenn er an dieser Schwäche arbeitet, dann hat er ganz sicher Top-Ten-Niveau", so der 3fache Turniersieger. Für das große Finale gegen Thomas Guem selbst, hat Mayer keine großen Erwartungen. "Das Ergebnis ist bei diesem Turnier für mich nur zweitrangig. Ich freue mich endlich einmal gegen Guem spielen zu können, und ich wünsche mir eine schöne Partie. Das ist alles". Und ob es eine schöne Partie geworden ist, kannst Du Morgen Früh im großen Final-Bericht des 7. April-WTB-Turniers nachlesen.

Claus Lippert, 20. April 2010
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