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Tashi Liu mit Auftakt-Überraschung gegen Thomas Guem
Mit einem echten Paukenschlag hat am Freitag Nachmittag die 15. Auflage des März-Super-4-Turniers in der Südstadt begonnen. Der zuletzt in Hochform spielende und als Titel-Mitfavorit gehandelte März-WTB-Sieger Thomas Guem musste sich zum Auftakt dem 2fachen März-Super-4-Champion Tashi Liu in drei Sätzen geschlagen geben. Nicht mehr im Rennen um den zweiten Freiluft-Titel des Jahres ist nach dem ersten Spieltag auch Alexander Udovc. Der März-First-Series-Halbfinalist hatte gegen Newcomer Sascha Kogler mit 3:6, 6:7 das Nachsehen. Ebenfalls schon ausgeschieden ist auch Stefan Rieger, der in seinem Erstrundenmatch mit 5:7, 0:6 nur einen Satz lang gegen den Mödlinger Michael Kovar mithalten konnte. Wegen Dunkelheit abgebrochen wurde schließlich noch das vierte Einzel des Eröffnungstages. Dort hatte Christoph Kramer gegen die slowakische Nummer 2 Michal Chudy gleich 5 Satzbälle abgewehrt, und einen 2:5 Rückstand noch in einen 7:5 Satzgewinn umgewandelt. Am heutigen Samstag sind dann erstmals auch die beiden Topfavoriten für den zweiten Super-4-Saisontitel Mario Kiss und Thomas Müller im Einsatz. Ein Bericht von C.L

Shooting-Star Thomas Guem setzt sein Freiluft-Debüt auf der HTT in den Sand
Überraschung zum Auftakt des 15. März-Super-4-Turniers 2010! Der von vielen Tour-Insidern und Kollegen als erster Herausforderer der beiden Titelfavoriten Mario Kiss und Thomas Müller gehandelte Thomas Guem ist schon nach dem ersten Spieltag nicht mehr im Bewerb. Der 28jährige Tiroler, der die letzten Wochen der Indoorsaison dominierte und dabei acht seiner letzten neun Single-Partien in der Halle gewann, fand im Eröffnungsspiel des März-Super-4-Turniers in Chinas Tashi Liu seinen Meister. Das asiatische Temperamentbündel - übrigens Sieger des März-Super-4-Turniers in den Jahren 2002 und 2005 - lieferte dem amtierenden März-WTB-Sieger aus Schönwies einen ebenbürtigen Kampf, und gewann schließlich nach Abwehr von zwei Matchbällen und nach einer Spielzeit von 2:34 Stunden mit 4:6, 7:5 und 6:4. Für den 32jährigen war es übrigens der 150. Einzelsieg seiner Karriere und eine perfekte Rehabilitation für seine eher blamable Vorstellung im März-First-Series-Endspiel vor zwei Wochen. Dabei schien Liu im Duell mit dem höher eingeschätzten Tiroler lange Zeit wie erwartet das Nachsehen zu haben. Guem wirkte bei seiner Outdoor-Premiere auf der Hobby-Tennis-Tour zwar von Beginn an bei weitem nicht so spielstark und souverän wie zuletzt in der Halle, für einen knappen Sieg zum Auftakt schien es aber dennoch zu reichen. 6:4 und 5:3 führte der Champions-Race-Dritte nach eineinhalb Stunden, der programmierte Aufstieg ins Achtelfinale und der damit verbundene erste Einzelsieg auf Super-4-Ebene schienen zum Greifen nahe, als das Unheil aus Sicht des Tirolers seinen Lauf nahm. Guem ließ den ersten Matchball aus, konnte bei 5:4 auch den zweiten siegbringenden "big point" nicht nützen und fand sich so plötzlich in einem entscheidenden dritten Durchgang wieder. Dort hatte der kampfstarke und äußerst bewegliche Gegner Guems aber längst Lunte gerochen. Liu erspielte sich einen 4:2 Vorsprung, ließ sich auch durch Guems Ausgleich zum 4:4 nicht aus dem Konzept bringen und schaffte letztlich im letzten Game das entscheidende Break zum 6:4. Mit einem für Guem unerreichbaren Stopp setzte Liu den Schlusspunkt hinter ein aufregendes, spannendes, aber nicht sonderlich hochklassiges Eröffnungsmatch. "Ich habe mir heute im Gegensatz zum März-First-Series-Finale keinen Druck aufgelegt. So konnte ich ohne Respekt viel lockerer spielen als vor zwei Wochen. Ich wusste vor dem Spiel, dass ich mit Guem einen Gegner habe, den ich schlagen kann, habe aber trotzdem nichts Großes von mir erwartet. Ich habe aber voll gekämpft und alles gegeben. Jetzt erwarte ich für den Rest des Turniers aber doch einiges von mir", strahlte Liu nach seinem 150. Karriere-Einzelsieg. Enttäuscht und kommentarlos flüchtete derweil der Shooting-Star der bisherigen Saison aus der Südstadt. Guem hatte sein Freiluft-Debüt auf der Hobby-Tennis-Tour ganz ordentlich in den Sand gesetzt und muss weiterhin auf den ersten Einzelsieg auf Super-Ebene warten. Vier Wochen Turnierpause, die Thomas u.a auch zu einem österlichen Heimaturlaub in Tirol nützte, und in denen der 28jährige nicht einmal den Schläger in Händen hielt, könnten dem März-WTB-Sieger zum Verhängnis geworden sein. Und womöglich nützte Liu auch den Vorteil, dass er im Gegensatz zu seinem Gegenüber mit den veränderten Verhältnissen im Freien schon vor zwei Wochen beim März-First-Series-Turnier Bekanntschaft machte.

Neuling Sascha Kogler feiert Zweisatzsieg über Alex Udovc & gelungenes Tour-Debüt
Neben dem überraschenden Auftakt-Aus von Thomas Guem, sorgte vorallem ein spielstarker Neuling für die Schlagzeilen des Eröffnungstages beim März-Super-4-Turnier 2010. Die Hobby-Tennis-Tour ist also wieder um einen ganz interessanten Newcomer reicher. Noch dazu um einen, der nicht lange fackelt und Taten setzt statt großer Worte. Es ging nämlich alles ziemlich rasch und umkompliziert in Sachen Tour-Debüt bei Sascha Kogler. Vor zwei Wochen "googelte" der 39jährige auf der Suche nach seiner ehemaligen Mixed-Partnerin, als er auf die Webseite von hobbytennistour.at stieß. Am Montag vor Ostern stand er dann plötzlich im Zuseherraum des März-First-Series-Turniers und holte beim Veranstalter letzte Informationen über die Tour ein. Keine zwei Wochen später betrat der Wiener dann erstmals selbst den Court und spielte sich auf Anhieb in den Blickpunkt des Geschehens. Kogler feierte ein gelungenes Tour-Debüt, besiegte mit Alexander Udovc den März-First-Series-Halbfinalisten und warf auf dem Weg ins Achtelfinale einen Geheimtipp aus dem Bewerb. Udovc legte wie erwartet los, versuchte mit druckvollem Tennis von der Grundlinie die Ballwechsel und das Match zu dominieren, während Kogler seine Prioritäten in punkto Sicherheit setzte. Was angesichts der "windigen Verhältnisse" der Schlüssel zum Erfolg war. Udovc, dessen bislang einziger März-Super-4-Start übrigens vier Jahre zurücklag und damals im Jahre 2006 mit dem Einzug ins Viertelfinale endete, kam zwar im zweiten Heat besser ins Spiel und einem möglichen dritten Satz bei 5:4, sowie 6:5 Führung ergebnismäßig recht nahe, den entscheidenden Tie-Break sicherte sich aber letztlich der couragiert spielende Neuling. "Ich habe schlecht gespielt aber trotzdem gewonnen" resümierte Kogler in einer ersten Einschätzung kurz und bündig. "Er hat mich unter Druck gesetzt, aber auch die Fehler gemacht" ergänzte der "Neue", der für den Rest des Wochenendes klare Ziele hat. "Das Semifinale sollte schon möglich sein", zeigte sich der 39jährige selbstbewusst. Derweil stand Koglers Gegner Alexander Udovc die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Der 26jährige konnte sich in seinem 80. Karriere-Single nicht richtig auf die äußeren Verhältnisse einstellen, und bilanzierte im Anschluss eher geknickt: "Ich bin über meine heutige Leistung enttäuscht. Ich weiß ja, dass es bei mir so und so ausgehen kann, aber ich bin heute einfach nicht mit dem Wind klar gekommen. Kogler konnte sich besser darauf einstellen".


Kovar "locker" ins Achtelfinale und Rieger hat jetzt Zeit zum "Ferrari fahren"
"Es geht alles so irre schnell und es ist einfach ein geiles Gefühl". Mit diesen Worten kommentierte Stefan Rieger nicht etwa seinen rund einstündigen Outdoor-Saisondebüt-Auftritt in Runde 1 gegen Michael Kovar, sondern seine Eindrücke vom "Ferrari-Fahren", das für den 30jährigen an diesem Wochenende noch auf dem Programm steht. Und dazu hat die Nummer 55 der HTT-Computer-Rangliste nach einer eher mäßigen Vorstellung und einer 5:7, 0:6 Niederlage nun jede Menge Zeit. Nach einem offenen ersten Satz, den Rieger mit viel Laufarbeit und jeder Menge guter Tipps seines im Publikum sitzenden Doppelpartners Andreas Harbarth bestritten hatte, konnte der 30jährige in Durchgang 2 mit dem Doppelolympiasieger von 2004 nicht mehr mithalten. "Man muss halt schon sehr viel laufen wenn man gegen Kovar gewinnen möchte", urteilte der Unterlegene nach dem Erstrundenduell mit seinem Mödinger Kontrahenten. Wäre Riegers Leistung aber nur halb so berühmt gewesen, wie sein vor der Anlage geparkter "roter Renner mit dem springenden Pferd", wäre er womöglich noch in einem Turnier, wo sich für die Hälfte der Teilnehmer eine wahre Jahrhundert-Chance an diesem Wochenende ergeben könnte. Die hohe Anzahl an Second-Series-Spielern, dazu die Auslosung mit den Topstars in der unteren Tableau-Hälfte, da wird einer der vielen Underdogs am ersten April-Weekend nach den Sternen greifen. Stefan Rieger wird es nicht sein, denn der eilte schneller als seine schnittige PS-Rakete ins März-Super-4-Erstrunden-Aus, sein zweites beim zweiten Antreten hier nach dem Jahr 2008. Und so konträr wie der zweite Satz zwischen den beiden Tour-Stars verlief dann auch der Abgang. Während Rieger seine 600 PS Rakete zündete, sattelte Kovar sein Fahrrad Richtung benachbartes Mödling. Er wird aber im Gegensatz zu Rieger wiederkommen. "Im ersten Satz war der Stefan mit mir gleichauf. Danach hat er das Match aber aus der Hand gegeben", bilanzierte der Sieger.


Claus Lippert, 10. April 2010
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