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05 Sept 2010 23:50
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Platz
Spieler
Pkt
1.
Harbarth Andreas
720
2.
Kiss Mario
602
3.
Guem Thomas
597
4.
Mayrhuber Franz
361
5.
Seitner Markus
330
6.
Mueller Thomas
314
7.
Geisler Alexander
255
8.
Rath Robert
245
9.
Schwing Patrick
227
10.
Kramer Christoph
225


 

Mit März-Super-4-Turnier starten auch die Topstars ins "Freie"

 

Wenn heute Nachmittag um 15:30 Uhr der 2fache März-Super-4-Sieger Tashi Liu und der Shooting-Star des Jahres Thomas Guem mit ihrer Erstrunden-Partie am Centercourt des Tennispoint Südstadt das zweite Super-4-Turnier der Saison eröffnen, dann dürfen endlich auch die Topspieler der Hobby-Tennis-Tour im Freien loslegen. Nachdem die First-Series-Elite schon eine Woche vor Ostern die Outdoor-Saison 2010 eingeläutet hat, ziehen die Stars der Szene 14 Tage später nach. Ein Monat ist seit dem März-Grand-Prix-Turnier und damit seit der letzten Spielmöglichkeit der Tour-Asse vergangen. Kein Wunder daher, dass viele der Spitzenspieler auf einen Einsatz brennen und "ihrem" Saionauftakt im Freien entgegenfiebern. Wir wollen daher einen ersten kleinen Ausblick auf das 15. März-Super-4-Turnier machen. Eine Vorschau von C.L

 

 

Thomas Müller und Mario Kiss teilen sich Favoritenrolle beim März-Super-4-Turnier

 

Ob das 14te Turnier der laufenden Saison nun "stark" oder doch nur "mäßig" besetzt ist, darüber werden Spieler, Kritiker und Insider in den kommenden Tagen wohl noch eifrigst diskutieren. Wir wollen uns an dieser Stelle aber nicht mit den vielen abwesenden Topstars beschäftigen, sondern mit jenen Herrschaften die sich ab Freitag um den zweiten Super-4-Titel des Jahres duellieren werden. Riskiert man einen Blick auf das 32 Mann starke Teilnehmerfeld, dann fallen dem Betrachter auf Anhieb zwei Namen auf, die im Kampf um die zu vergebenden 100 Race-Punkte klar zu favorisieren sind. Der topgereihte Thomas Müller (Entry Nr. 2) und der frischgebackene März-Grand-Prix-Sieger Mario Kiss (Entry Nr. 7) sind die scheinbar herausragenden Persönlichkeiten der 15. März-Super-4-Auflage im Tennispoint Südstadt. Läuft alles programm- und papierformgemäß, dann führt der Weg zum Titelgewinn nur über die beiden favorisierten Top-Ten-Stars. Aber Vorsicht: Auch wenn auf den ersten Blick alles auf einen Zweikampf zwischen Müller & Kiss hindeutet, könnte durchaus am Ende auch einer der vielen vermeintlichen Außenseiter die Rolle des "lachenden Dritten" inne haben. Denn sowohl bei Mario Kiss als auch bei Thomas Müller bleibt trotz ihrer unbestrittenen Klasse je ein kleiner Unsicherheitsfaktor bestehen!

 

 

Tom Müller wartet seit seinem letztjährigen Sommermärchen auf einen Titelgewinn

 

Beginnen wir bei der Nummer 1 des 15. März-Super-4-Turniers, beim amtierenden "Wimbledonsieger der HTT" Thomas Müller. Eigentlich liebt der 40jährige das Spiel auf Hartplatz! Und dazu kommt auch noch, dass sein Tennis für die "harten Courts" dieser Tour durchaus prädestiniert scheint. Müller wäre damit ein ganz heißer Kandidat für die Titelvergabe, wenn da nicht in der Vergangenheit einige Ausrutscher auf Hartplatz gewesen wären. Seither haftet Müller ein wenig das Image an, dass er auf Hartplatz die durchaus möglichen "großen Momente" nicht erfolgreich zu Ende bringt. Wir erinnern uns beispielsweise an die "US Open der Hobby-Tennis-Tour" im Jahre 2008, als Müller auf dem Weg zum angestebten ersten Grand-Slam-Karriere-Titel im Halbfinale am späteren Champion Robert Libal scheiterte. Zwei verlorene Tie-Breaks, und Müllers Traum vom Major-Triumph war geplatzt. Oder sein Auftritt beim März-Super-4-Turnier des Vorjahres, wo sich Müller in der Rolle des Turnierfavoriten sensationeller Weise schon im Achtelfinale dem krassen Außenseiter Michael Karner geschlagen geben muste. Dabei wäre es in Sachen "Turniersieg" ohnehin schon wieder längst an der Zeit, immerhin wartet Müller seit seinem phantastischen Rasen-Triumph im letzten Sommer auf einen Titelgewinn.

 

 

Stoppt der zu erwartende Wind in der Südstadt den großen Titelfavoriten Mario Kiss?

 

Nimmt man die aktuelle Formkurve von Mario Kiss zur Hand und berücksichtigt weiters den Umstand, dass sein Angstgegner nicht mit von der Partie ist, dann dürfte es am Titelgewinn des 31jährigen vom AZ Tennisclub beim 15. März-Super-4-Turnier nichts zu rütteln geben. Auch wenn Anhaltspunkte und Vergleiche mit der Konkurrenz fehlen, weil Kiss bislang in seiner Tour-Karriere noch kein einziges Single auf Hartplatz bestritt, ist dem aktuellen März-GP-Sieger die Favoritenrolle nicht zu nehmen. Der Ranglisten-Siebente kann auch ziemlich entspannt seinem Debüt auf Hartplatz entgegenblicken, zumal ihm dieser Bodenbelag keineswegs fremd ist. Mario ist auf Hartplatz aufgewachsen, hat Tennis auf dem "harten Untergrund" erlernt, ehe er in der Jugend auf Sand erste Wettkämpfe bestritt. Doch wie bei Thomas Müller gibts auch beim zweiten großen Favoriten einen kleinen Unsicherheitsfaktor. Und der ist für Kenner der Südstadt gar kein so kleiner! Denn dort an der südlichen Stadtgrenze, wo seit 2006 traditionell der Auftakt in die Freiluftsaison startet, dort "windet" es zeitweilig ganz ordentlich. Und wenn Kiss eines gar nicht mag, dann sind es "stürmische Lotterien", die sein Spiel und seine Einstellung nachhaltig beeinflussen können. Und Kiss ist ja für "windige Ausrutscher" und "böige Schwächeanfälle" bekannt. Die berühmteste und bitterste Niederlage seiner Karriere ereilte ihn bei solch schwierigen Verhältnissen. Im Achtelfinale des "2008er-Wimbledon-Turniers der HTT" war es, als Kiss "vom Winde verweht" gegen Gerald Stangl den Kürzeren zog und damit unsanft aus den Träumen vom Gewinn des "Grand-Slams" gerissen wurde. Immerhin hatte "Super-Mario" vor dieser Pleite die Majors im Jänner auf Teppich und im Mai auf Sand gewonnen und durchaus aussichtsreich den "Coup" vom Gewinn aller 4 Grand-Slam-Turniere innerhalb einer Saison im Visier. Der einzigartige Triumph blieb ihm aber versagt, dafür könnte Kiss dieser Tage für einen "doppelten Meilenstein" sorgen. Mit einem vollen Erfolg und 100 Siegpunkten könnte der 31jährige das zu Saisonbeginn eigentlich schon vorzeitig entschiedene Champions-Race wieder spannend machen. Vorallem aber könnte Kiss mit einem Titelgewinn in der Südstadt Geschichte schreiben und sich als erst 10. Spieler der Open-Ära mit Turniersiegen auf allen vier Belägen (Teppich, Sand, Rasen und Hartplatz) in den Geschichtsbüchern verewigen. Der letzten Spieler dem dies gelang war Bernhard Nagl im September des Vorjahres mit seinem Triumph bei den Heidenreichstein-Open.

 

 

Markus Seitner mit 3fachem Jubiläum in seiner Auftaktpartie gegen Markus Hobiger

 

Müller mit Formschwankungen, Kiss mit Problemen wenn es windig wird, unmöglich scheint es daher nicht zu sein, dass am Ende des Turniers ein ganz anderer vom Titelbild der Tour-Homepage lächeln könnte. Und an aussichtsreichen Underdogs mangelt es dem 15. März-Super-4-Turnier wirklich nicht. Erster Herausforderer - zumindest ranglistentechnisch - ist die Nummer 2 des Turniers und die Nummer 3 der Rangliste Markus Seitner. Die große Zeit des 30jährigen Salzburgers sollte aber erst in den kommenden Wochen auf Sand kommen , denn auf Hartplatz fühlt sich der ehemalige Sandplatzkönig nicht so wohl. Auch auf Super-4-Ebene setzte es zuletzt gleich zwei Erstrunden-Niederlagen in Folge, dabei sind gerade Erfolge bei diesen großen Events für Seitner so wichtig. Denn dort gibt es die "guten Ranglistenpunkte", jene mit denen der 10fache Turniersieger auch heuer wieder den Weg zum Masters ebnen möchte. Siege müssen also her, und da scheint ihm sein Auftaktspiel gegen Lokalmatador Markus Hobiger gerade recht zu kommen. Und dieses Treffen mit "Hobi" könnte für Seitner ein ganz besonderes werden. Mit einem "3fach-Jubiläum" darf der 30jährige nämlich spekulieren. "Madmax" spielt sein 50. Karriere-Turnier, bestreitet in Runde 1 das 150. Singlematch seiner Tour-Laufbahn und er würde im Falle eines Erfolges den 110. Einzelsieg seiner Karriere einfahren. Trotzdem wäre ein Turniersieg des Salzburgers als handfeste Überraschung zu werten.

 

 

Shooting-Star Thomas Guem feiert beim März-Super-4-Turnier sein Outdoor-Debüt

 

Weitaus größere Chancen werden da schon dem Shooting-Star des Jahres Thomas Guem eingeräumt. Dem Newcomer aus dem heiligen Land Tirol ging in den letzten Wochen und Monaten so ziemlich alles auf. Der 28jährige aus Schönwies gewann acht seiner letzten neun Singles auf der Tour, und dazu recht eindrucksvoll den Titel beim März-WTB-Turnier. Quasi zur Bestätigung jagte der Tiroler eine Woche nach seinem Premieren-Triumph noch den Finaleinzug beim März-Grand-Prix-Turnier hinterher. Auf Super-4-Ebene konnte der vor seinem Freiluft- und Hartplatz-Debüt stehende Guem aber bislang noch kein Erfolgserlebnis einfahren. Und auch beim zweiten Versuch wird es gar nicht so einfach werden, steht dem Shooting-Star doch in Runde 1 mit Tashi Liu ein echter Hartplatz-Spezialist gegenüber. Der Asiate stand nicht nur vor einer Woche im Finale des März-First-Series-Turniers, er gewann auch schon zweimal - nämlich in den Jahren 2002 und 2005 den Titel beim März-Super-4-Turnier. Kleine Motivation für den Asiaten: Sollte er Guem bezwingen können, würde er über den 150. Einzelsieg seiner Karriere jubeln dürfen.

 

 

Martin Kova peilt bereits sein achtes März-Super-4-Semifinale an

 

Glaubt man der Statistik, dann wird Allzeit-Größe Martin Kova am kommenden Wochenende keine Rolle bei der Titelvergabe spielen. Seit 50 gespielten Turnieren wartet der 26jährige Wiener auf einen Titelgewinn, übrigens den 30sten seiner Karriere. Und das Kova ausgerechnet beim 51. Versuch den ersten Triumph seit April 2006 landen kann, daran glauben nicht einmal mehr die größten Optimisten. Dabei scheint gerade das März-Super-4-Turnier ein ganz guter Boden für den ehemaligen Ranglisten-Ersten zu sein. Top-Resultate stehen dort für den 29fachen Turniersieger fast an der Tagesordnung. Denn bei bisher acht Turniertarts - womit Kova übrigens Rekordteilnehmer des März-Super-4-Turniers ist - stand der 26jährige immerhin phantastische sieben Mal im Semifinale. Nur im Jahr 2002 musste er sich in Runde 1 einem gewissen Claus Lippert geschlagen geben. Ansonsten führte der Weg wie erwähnt immer mindestens bis in die Vorschlussrunde. Im Vorjahr überraschte Kova sogar mit dem Einzug ins Finale, wo er allerdings gegen Robin Douglas schwer enttäuschte und Karriere-Titel Nummer 30 stümperhaft vergeigte. Will Kova seine beeindruckende März-Super-4-Bilanz weiter aufpolieren, dann muss der Ranglisten-Zehnte aber endlich wieder einmal ein Auftakt-Spiel gewinnen. Denn die letzten drei Erstrunden-Matches auf der Tour gingen allesamt verloren.

 

 

Kann Michael Karner auf Hartplatz neuerlich überraschen?

 

Aufpassen muss man schließlich noch auf Michael Karner. Der 19jährige Niederösterreicher zählt auf Hartplatz zu den ganz heißen Anwärtern auf ein echtes Spitzen-Resultat. Spätestens seit dem Vorjahr, als Karner beim März-Super-4-Turnier nacheinander die Hartplatz-Spezialisten Thomas Müller und Gerald Stangl eliminieren konnte, gilt der Jungstar in der Szene als gefürchteter Gegner auf den Courts der Südstadt. Im aktuellen Entry-Ranking "nur" die Nummer 47, darf sich Karner trotzdem große Hoffnungen auf ein weiteres Hartplatz-Highlight seiner Laufbahn machen.

 

 

Christoph Kramer nur durch Mayerhofers Absage beim März-Super-4-Turnier dabei

 

Dem Rest der hungrigen Meute an Underogs werden bestenfalls "Mini-Chancen" auf einen Überraschungs-Coup zugetraut, wobei jeder Einzelne durchaus für eine Sensation gut sein könnte. Christoph Kramer, am gestrigen Abend von der Warteliste noch in den Hauptbewerb gerutscht, ist schon mal froh überhaupt dabei sein zu können. Der 27jährige hatte seine Nennung total "verschwitzt" und damit den Ausbau seines außergewöhnlichen Rekords an Turnierteilnahmen in Gefahr gebracht. Zum bereits 86. Mal in Serie wird Kramer am Abend in Runde 1 gegen den Slowaken Michal Chudy ein Turnier der HTT in Angriff nehmen. Dort will der Neo-Leopoldsdorfer seine Aufholjagd im Champions-Race starten, und dort im Duell mit seinem Club-Kollegen will Kramer auch die bislang eher dürftige März-Super-4-Bilanz korrigieren. Sowohl 2008 als auch 2009 war nämlich gleich zum Auftakt Schluss. Viel hätte man an diesem Wochenende von Roland Mayerhofer und David Hühne erwartet, doch beide haben wie auch noch einige andere Herren am Freitag Nachmittag ihre Teilnahme krankheitsbedingt abgesagt. So bleiben wohl nur noch Newcomer Robert Rath, Vorjahres-Achtelfinalist Martin Mayerhofer sowie die beiden März-First-Series-Semifinalisten der Vorwoche - Michael Kovar und Alexander Udovc - mit Außenseiter-Chancen zu erwähnen.

 

 

Second-Series-Stars um Rotter & Khandroo wollen bei Super-4-Start hoch hinaus

 

Die vielen krankheitsbedingten Absagen am gestrigen Tag haben auch das Kontingent an Second-Series-Spielern beim März-Super-4-Turnier noch einmal aufgestockt. Von der Warteliste in den Hauptbewerb rutschten daher unter anderem März-Second-Series-Sieger Michael Pichler und sein schwedischer Doppelpartner Nicklas Iversson. Das kritisch beäugte "Second-Series-Projekt" von Marcus Rotter und Patrick Khandroo hat aber dennoch ihr eigentliches Ziel verfehlt. Reine Duelle der "Stars aus der zweiten Reihe" stehen in Runde 1 nämlich nur wenige auf dem Programm. Die Initiatoren selbst hatten bei der abendlichen Auslosung weniger Glück. Rotter muss sich mit Vorjahreshalbfinalist Michael Karner herumschlagen, und Khandroo mit Martin Mayerhofer matchen.

 

 

Claus Lippert, 9. April 2010